Andrea Nahles löst Johanna Wanka als Oldenburger Königin ab Kein Leben ohne Grünkohl

Berlin. Andrea Nahles ist ihrem SPD-Parteifreund Frank-Walter Steinmeier einen wesentlichen Schritt voraus. Denn während Steinmeier erst am 19.
08.03.2017, 00:00
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Von Ulrich Steinkohl

Berlin. Andrea Nahles ist ihrem SPD-Parteifreund Frank-Walter Steinmeier einen wesentlichen Schritt voraus. Denn während Steinmeier erst am 19. März ins Schloss Bellevue einzieht und Bundespräsident wird, darf sich Nahles bereits seit Montagabend Staatsoberhaupt nennen. Als neue Oldenburger Grünkohlkönigin wurde sie oberste Repräsentantin der Freunde dieses Wintergemüses. Und das, obwohl Nahles gestand: „Mir war Grünkohl lange suspekt.“ Und: „Bei mir in der Eifel halten die Menschen Grünkohl für eine Zierpflanze.“ Doch die SPD-Frau, die sich in Sachen Grünkohl einen „Konvertiten“ nennt, nahm den bereits zum 60. Mal vergebenen Titel „in großer Demut und Dankbarkeit“ an. Und sie versprach ihren Untertanen: „Ich werde Sie, das gelobe ich heute Abend, nicht enttäuschen.“

Damit bleibt der Posten in weiblicher Hand und in den Reihen des Bundeskabinetts. Denn Nahles übernahm ihn beim „defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ (deftiges Oldenburger Grünkohlessen) in der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin von Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU). Sie musste nach einem Jahr turnusmäßig abdanken, was sie mit einem „Danke, es war mir eine Ehre“ tat.

Vor der Kür der neuen Kohlkönigin ließ Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) den rund 280 Gästen Deftiges auftischen: 200 Kilo Grünkohl, 95 Kilo Kasseler, 60 Kilo Fleischpinkel, 50 Kilo Kochmettwurst und 38 Kilo geräucherter Speck. Zur süßen Abrundung gab es rote Grütze mit Vanillesoße. Heruntergespült wurde ­alles mit herbem friesischem Bier. Schnaps sollte bei der Verdauung helfen.

Das Oldenburger Grünkohlessen sei unter den vielen Standortmarketing-Terminen in der Bundeshauptstadt etwas ganz Besonderes, lobte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). „Hier gibt es kein ­Chichi. Hier ist ein robuster Magen gefragt. Und eine gesunde Leber. Denn die kriegt Arbeit.“ Seit 1956 nutzen die Oldenburger das Grünkohlessen, um für ihre Stadt und ­Region zu ­werben.

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