Klinikmord-Prozess Gericht sieht keine Belege für Vorsatz

Sieben ehemalige Vorgesetzte von Patientenmörder Niels Högel stehen seit Februar in Oldenburg vor Gericht. Kurz vor Beginn der Plädoyers hat das Gericht eine Einschätzung abgegeben.
20.09.2022, 09:53
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Gericht sieht keine Belege für Vorsatz
Von Katia Backhaus

Das Oldenburger Landgericht sieht in einer aktuellen Einschätzung keine ausreichenden Beweise dafür, dass die sieben Angeklagten im Klinikmord-Prozess vorsätzlich Beihilfe zur Tötung von Patienten durch Unterlassen geleistet haben. Das teilte die Kammer am Dienstagmorgen mit. Im Verfahren habe sich zwar ein damals verbreitetes "allgemeines Misstrauen" gegen den damaligen Krankenpfleger Niels Högel deutlich gezeigt, das jedoch reiche nicht aus, um die in der Anklage festgehaltenen Vorwürfe zu belegen, sagte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann.

Da beim nächsten Termin die Beweisaufnahme geschlossen wird und die Plädoyers beginnen sollen, ist diese Erklärung als deutlicher Hinweis auf das Urteil zu werten. Dieses soll nach derzeitigem Planungsstand der Kammer am 25. Oktober verkündet werden.

Vor dem Oldenburger Landgericht müssen sich seit Februar sieben Angeklagte, allesamt ehemalige Vorgesetzte von Niels Högel, verantworten. Vier von ihnen arbeiteten damals am Klinikum Oldenburg, drei im Klinikum Delmenhorst. Ihnen wird laut Anklageschrift Totschlag, Beihilfe zum Totschlag oder versuchter Totschlags jeweils durch Unterlassen zur Last gelegt. Das Verfahren gegen einen achten Beschuldigten, der im Klinikum Delmenhorst arbeitete, ist aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt worden. Wann es aufgenommen werden kann, ist derzeit offen.

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