Medikamenten-Skandal sorgt für Angst

Krebspatienten verunsichert

Hannover. Seit dem Skandal um mutmaßlich gepanschte Krebsmedikamente in Nordrhein-Westfalen sind auch Patienten in Niedersachsen verunsichert. Sie fürchten, dass ihre lebenswichtigen Medikamente vielleicht gar nicht wirken.
20.11.2017, 00:00
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Von dpa

Hannover. Seit dem Skandal um mutmaßlich gepanschte Krebsmedikamente in Nordrhein-Westfalen sind auch Patienten in Niedersachsen verunsichert. Sie fürchten, dass ihre lebenswichtigen Medikamente vielleicht gar nicht wirken. Immer mehr besorgte Betroffene fragten deshalb in ihrer Apotheke nach oder riefen bei der niedersächsischen Apothekerkammer an, sagte Kammer-Präsidentin Magdalene Linz. „Der Fall in Nordrhein-Westfalen ist ein Mega-Gau, weil wir Apotheker dadurch zu Unrecht unter Generalverdacht geraten, ohne Achtung der Patientensicherheit zu agieren.“

Ein Apotheker aus dem nordrhein-westfälischen Bottrop soll jahrelang verdünnte Krebsmedikamente abgegeben, bei Krankenkassen aber die volle Dosis abgerechnet haben. Betroffen sind vermutlich mehr als 1000 Patienten aus sechs Bundesländern. Der Apotheker muss sich seit Kurzem unter anderem wegen Betrugs vor dem Landgericht Essen verantworten. Der 47-Jährige schweigt zu den Vorwürfen.

Die niedersächsische Apothekerkammer kontrolliert regelmäßig alle 48 Apotheken im Land, die krebshemmende Medikamente für Patienten individuell nach von deren Ärzten verschriebenen Rezepten mischen. Linz betonte, die Kontrolleure hätten dabei bisher nur kleinere Mängel festgestellt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert von Bund und Ländern, die rund 300 Apotheken, die in eigenen Laboren Krebsmedikamente herstellen, stärker zu kontrollieren. Nordrhein-Westfalen hat bereits angekündigt, dies zu tun.

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