"Quantum of the Seas" Kreuzfahrtriese erreicht die Nordsee

Die Meyer Werft in Papenburg hat das bisher größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff in die Nordsee gebracht. Es ist eine schwimmende Kleinstadt, in die das Weserstadion locker hineinpassen würde. Doch am Standort der Werft gibt es Kritik.
23.09.2014, 15:36
Lesedauer: 2 Min
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Gandersum. Das bisher größte in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff hat seine erste Fahrt über die schmale Ems in die Nordsee ohne Probleme gemeistert. Es wurde dabei von Tausenden Schaulustigen beobachtet.

Die 348 Meter lange "Quantum of the Seas" wurde im Binnenland bei der Meyer Werft im emsländischen Papenburg gebaut. Für die erste Fahrt in die rund 40 Kilometer entfernte Nordsee musste die enge Ems aufgestaut werden - Umweltschützer hatten das im Vorfeld scharf kritisiert, weil die Wasserqualität des Flusses darunter leidet.

Das Schiff startete Montag im Schritttempo, es fuhr rückwärts, weil es sich so besser manövrieren lässt. So passierte es am Dienstag deutlich später als geplant das Ems-Sperrwerk in Gandersum, bevor es über den Dollart die offene See erreichte.

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Der Luxusliner habe die Fahrt problemlos gemeistert, sagte der Sprecher der Meyer Werft, Peter Hackmann. Nun wird die schwimmende Kleinstadt, die Platz für 4100 Gäste bietet, an den neuen Eigentümer geliefert.

Das Schiff ist aktuell der drittgrößte Kreuzfahrtriese der Welt. Er wurde für die US-Reederei Royal Caribbean International gebaut, der Heimathafen der "Quantum of the Seas" wird New York sein.

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Um den Standort der Meyer Werft im Binnenland gibt es seit Jahrzehnten Streit. Bisher wurden dort 37 Kreuzfahrtschiffe für Kunden aus aller Welt gebaut. Wegen der Schiffsüberführungen in die Nordsee muss die Ems aber regelmäßig ausgebaggert und aufgestaut werden. Das belastet den Fluss und führt nach Ansicht der Naturschutzverbände zu vielen Umweltproblemen, etwa einem zu hohen Salz- und einem zu geringen Sauerstoffgehalt im Fluss.

Das Verwaltungsgericht Oldenburg hatte zuletzt Ende Juni entschieden, dass Umweltauflagen für die erste Fahrt der "Quantum of the Seas" außer Kraft gesetzt werden dürfen. Bei einer verspäteten Übergabe des Schiffes müsste die Werft nach Angaben eines Prozessanwaltes Vertragsstrafen von täglich um die 366. 000 Euro zahlen.

Auf der Meyer Werft arbeiten rund 3000 Beschäftigte. Eine Verlagerung der Werft war zwar oft diskutiert worden, wurde aber stets als nicht machbar zurückgewiesen.

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Im Juni hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) angekündigt, das die Naturschutzverbände, die Werft und staatliche Stellen ihren Konflikt jetzt endlich beilegen wollen. Bis Jahresende soll ein Masterplan für den Fluss aufgestellt werden, der die Entwicklung bis zum Jahr 2050 festzurrt.

Im Kern wird es bei allen Bemühungen darum gehen, die Verschlickung der Ems zu reduzieren. Geplant ist der Ankauf von rund 700 Hektar Land entlang des Flusses, das als Ausgleichsfläche zur Verfügung gestellt werden soll. Außerdem soll getestet werden, ob die Öffnung eines Altarmes der Ems oberhalb der Stadt Papenburg auf 20 bis 25 Hektar die Wasserqualität verbessern kann. Dort soll ein Speicherbecken gebaut werden. (dpa)

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