Aurich/Bremen Kuhmann will offenbar überhöhtes Honorar zurückzahlen

Aurich·Bremen. Im Streit über die Rückzahlung einer überhöhten Millionen-Vergütung bei der Insolvenz des Wiesmoorer Unternehmens Bohlen & Doyen gibt es offenbar eine Einigung. Nach Informationen der Ostfriesen-Zeitung vom Freitag soll der Bremer Insolvenzverwalter Uwe Kuhmann bereit sein, einen knapp zweistelligen Millionenbetrag zurückzuzahlen.
18.07.2015, 00:00
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Kuhmann will offenbar überhöhtes Honorar zurückzahlen
Von Michael Lambek

Im Streit über die Rückzahlung einer überhöhten Millionen-Vergütung bei der Insolvenz des Wiesmoorer Unternehmens Bohlen & Doyen gibt es offenbar eine Einigung. Nach Informationen der Ostfriesen-Zeitung vom Freitag soll der Bremer Insolvenzverwalter Uwe Kuhmann bereit sein, einen knapp zweistelligen Millionenbetrag zurückzuzahlen.

Knapp drei Monate dauerte es im Jahr 2007, da hatte Uwe Kuhmann für seine Tätigkeit als vorläufiger Insolvenzverwalter rund 14,5 Millionen Euro eingestrichen. Segen und Stempel für diese Abrechnung erteilte der zuständige Rechtspfleger des Amtsgerichts Aurich.

Zu üppig, befand dagegen das Landgericht Aurich. Sechs Jahre nach dem vorläufigen Insolvenzverfahren setzte das Gericht den Rotstift an: Von den ursprünglich kassierten und amtlich akzeptierten 14,5 Millionen Euro blieben vergleichsweise bescheidene 3,019 Millionen. Bereits im März 2013 hatte sich das Gericht mit dem Gläubigerausschuss des vorläufigen Insolvenzverfahrens beschäftigt. In diesem Ausschuss kontrollierten Vertreter der Banken, sonstiger Gläubiger und des Betriebsrats das Wirken des Insolvenzverwalters. Ursprünglich waren ihnen – ebenfalls von dem bekannten Rechtspfleger des Amtsgerichts Aurich und wiederum auf Antrag von Kuhmann – jeweils bis zu 404 000 Euro zugesprochen worden. Nach der Entscheidung des Landgerichts standen ihnen tatsächlich, je nach persönlichem Arbeitsaufwand, lediglich zwischen 1000 und 4600 Euro zu.

Während die zu viel gezahlten Vergütungen an die Mitglieder des Gläubigerausschusses nach Auskunft des Landgerichts Ende 2013 zum größten Teil bereits zurückerstattet sind, liegt die Sache bei Rechtsanwalt Kuhmann komplizierter. Er weigerte sich, und daran änderte sich auch nichts, als das Landgericht mit Dieter Mönning aus Aachen einen Nachfolger bestellte, der die Rückzahlung zu betreiben hatte. Auch Mönning hatte es damit offenbar nicht besonders eilig. Er ließ seinen Sprecher erklären, man habe es mit einer komplexen juristischen Situation zu tun, und er arbeite an einer rechtlich vertretbaren und wirtschaftlich angemessenen Gesamtlösung.

Nun ist nach langen Verhandlungen offenbar eine Einigung zwischen Mönning und Kuhmann herbeigeführt worden. Ein entsprechendes Eckpunkte-Papier liegt dem Gläubigerausschuss sowie dem Gericht in Aurich vor. Allerdings wolle Mönning die Einigung noch durch weitere Gutachten absichern, wie es aus informierten Kreisen heißt. Im Spätsommer dürfte endgültig Klarheit herrschen. Ein Sprecher von Mönning wollte die Angaben gestern allerdings nicht bestätigen. „Wir geben grundsätzlich keine Wasserstandsmeldungen ab“, hieß es dazu.

Offen ist weiter, ob es gegen Kuhmann auch ein strafrechtliches Verfahren geben wird. Wie berichtet, hatte die Zentralstelle für Korruptionsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Osnabrück im vergangenen Sommer Anklage wegen Betruges in einem besonders schweren Fall erhoben. Allerdings hat das Landgericht Aurich bislang noch nicht entschieden, ob es zu einem Verfahren kommt.

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