Moringen war eines der ersten Konzentrationslager der NS-Diktatur KZ-Gedenkstätte neu gestaltet

Moringen. Die KZ-Gedenkstätte Moringen im Kreis Northeim präsentiert sich in neuem Gewand. Der Eingang zur ehemaligen Kommandantur des Konzentrationslagers wurde neu gestaltet, eine neu konzipierte Ausstellung führt in die Geschichte der drei Moringer Konzentrationslager ein.
13.03.2017, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Reimar Paul

Moringen. Die KZ-Gedenkstätte Moringen im Kreis Northeim präsentiert sich in neuem Gewand. Der Eingang zur ehemaligen Kommandantur des Konzentrationslagers wurde neu gestaltet, eine neu konzipierte Ausstellung führt in die Geschichte der drei Moringer Konzentrationslager ein.

Zentraler Bestandteil der Neugestaltung sei „eine mediale Präsentation zur Ankunft der Häftlinge“, sagte der Leiter der Gedenkstätte, Dietmar Sedlaczek. Durch den Eingangsraum hätten die Gefangenen früher das Lager betreten. „Hier erlebten sie das erste Mal die gewaltgeladenen Rituale der Bewacher und der SS, hier begann der Prozess der Entpersönlichung der Häftlinge“, erläuterte Sedlaczek.

An drei Wände des Raumes werfen Projektoren historische Fotografien, Dokumente und Textauszüge aus Häftlingsberichten. Sie informieren unter anderem über die Herkunft der Gefangenen, ihren Transport ins Lager und die Gründe ihrer Internierung. „Mit dieser Präsentation beschreiten wir neue Wege in der Ausstellungsgestaltung in Gedenkstätten“, sagte Sedlaczek. Sie setze neuere Konzepte der Geschichtswissenschaft und -didaktik um.

Die Ausstellung könne sowohl der Vertiefung des Themas dienen als auch unabhängig von der medialen Präsentation genutzt werden, hieß es. In einer Zeitleiste sind die verschiedenen Einrichtungen in Text und Bild dokumentiert, die in den vergangenen 300 Jahren in Moringen bestanden. Ein weiterer Ausstellungsbereich stellt Biografien von weiblichen und männlichen Häftlingen der Moringer Konzentrationslager vor.

Das Gebäude war im 18. Jahrhundert als Waisenhaus errichtet worden. Seit dem 19. Jahrhundert beherbergte es ein Werk- und Arbeitshaus. 1933 wurde dort eines der ersten Konzentrationslager für Männer im NS-Staat errichtet, es folgten ein Frauen-KZ und 1940 ein Jugend-KZ. Nach dem Krieg diente das Gelände zunächst als Camp für sogenannte Displaced Persons (DP), später wurde ein Landeskrankenhaus eingerichtet. Heute gehört das Gebäude zum Maßregelvollzugszentrum, einer forensischen Fachklinik.

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