Der Nationalpark Harz hat knapp 8700 Bilder aus einem länderübergreifenden Monitoring ausgewertet

Luchs tappt immer wieder in die Fotofalle

Bad Harzburg. Der Harz ist für Luchse ein attraktives Wohn- und Streifgebiet. Das zeigt die Auswertung des dritten Fotofallenmonitorings, das Experten des Nationalparks Harz zwischen August 2016 und März 2017 veranstaltet haben.
10.07.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Heidi Niemann
Luchs tappt immer wieder in die Fotofalle

Achtung Kamera: Der neunjährige Luchs ist während des Moni-­torings 44 Mal fotografiert worden. Er lebt seit seiner Geburt im Harz. Inzwischen ist er der meistfotografierte seiner Art.

---, dpa

Bad Harzburg. Der Harz ist für Luchse ein attraktives Wohn- und Streifgebiet. Das zeigt die Auswertung des dritten Fotofallenmonitorings, das Experten des Nationalparks Harz zwischen August 2016 und März 2017 veranstaltet haben. Die Mitarbeiter des Luchsprojekts installierten an 60 Standorten im mittleren Harz spezielle Wildtier-­kameras, die sie sieben Monate lang regelmäßig kontrollierten. Dabei entstanden knapp 8700 Fotos von Wildtieren, auf 502 Bildern sind Luchse zu sehen. Bei der Auswertung der Aufnahmen stellten die Experten fest, dass einige der Tiere offenbar ausgesprochen heimattreu“ sind. Ein Luchs, der besonders häufig vor die Kamera lief, war ein „alter Bekannter“. Ihn kennen die Experten schon seit seiner frühesten Kindheit. „Er ist mit neun Jahren einer der ältesten derzeit im Harz bekannten Luchse“, sagt der Leiter des Luchsprojekts, Ole Anders.

Insgesamt 44 Mal lief der Luchs vor die Kameras, die an Standorten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt installiert waren. Auch bei den beiden früheren Fotofallen-Aktionen tauchte er immer wieder auf. Damit sei er eines der am häufigsten fotografierten Tiere, sagt Anders. Der Luchs ist ein gebürtiger Harzer, der offenbar immer dort geblieben ist. Im Herbst 2009 wurde er als Jungtier bei Elbingerode in einer ­Kastenfalle gefangen. In den Folgejahren stießen die Experten dann immer wieder auf Spuren von ihm. Diese zeigten, dass er sich auf einer relativ großen Fläche im westlichen Harz fest etabliert habe, sagt Anders.

Seit Beginn des Auswilderungsprojekts im Jahr 2000 haben immer wieder Luchse den Harz verlassen, um neue Lebensräume zu erobern – mit Erfolg: Im vergangenen Untersuchungsjahr gab es erstmals Luchs-Nachwuchs im Solling. Dort wurde eine Luchsin mit vier Jungtieren gesichtet. Auch bei Göttingen wurde eine Familiengruppe mit zwei Jungtieren beobachtet.

Der Harz ist aber nicht nur Auswanderungs-, sondern auch Zuwanderungsgebiet: Ein Luchsmännchen, das im Frühjahr 2015 in Nordhessen gesichtet worden war, wanderte zur Jahreswende 2015/16 aus dem hessischen Teil des Kaufunger Waldes in den Harz ein. Inzwischen scheint er dort sesshaft geworden zu sein: Beim jüngsten Fotofallen-Projekt lief er an 14 Standorten im Bereich zwischen Sieber und Schierke vor die Kameras. „Offenbar hat sich der zugewanderte Luchs im Harz fest etabliert“, sagt Anders.

Insgesamt ist die Harzer Luchs-Population weiter stabil: 19 selbstständige Luchse leben innerhalb des knapp 780 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiets.

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