Jade-Weser-Port-Cup vor Wilhelmshaven im 15. Jahr nur mit zwölf Traditionsseglern Mit halber Kraft voraus

Wilhelmshaven. Ursprünglich sollte der Jade-Weser-Port-Cup auf der Außenjade Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft vor allem für den geplanten Containerhafen begeistern. Doch im 15.
22.09.2016, 00:00
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Mit halber Kraft voraus
Von Martin Wein

Wilhelmshaven. Ursprünglich sollte der Jade-Weser-Port-Cup auf der Außenjade Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft vor allem für den geplanten Containerhafen begeistern. Doch im 15. Jahr – vier Jahre nach Inbetriebnahme des Container-Terminals – ist die Veranstaltung längst der maritime Höhepunkt für die Seehafenstadt. Am Sonnabend ab 9 Uhr werden auch in diesem Jahr wieder die Traditionssegler vom Bontekai für eine mehrstündige Regatta in See stechen. Obgleich Hunderte zahlende Besucher an Bord sein werden, stehe der sportliche Anspruch im etwas tückischen Revier der Außenjade durchaus im Mittelpunkt, betonen die Veranstalter.

Weil die teilnehmenden Schiffe sich nach Größe, Bauart, Gewicht und Takelung stark unterscheiden, werden sie im gemeinsamen Rennen nach einem Rennwertfakor – der Yardstick-Zahl – miteinander verglichen und in verschiedenen Klassen gestartet. Wer als erster die Wende vor Hooksiel gefahren und zum Zielpunkt zurückgekehrt ist, muss ­demnach am Ende keineswegs der Sieger sein. Schon am Freitag laufen die Besatzungen sich bei einer kürzeren Regatta mit Schülerinnen und Schülern der Region an Bord warm.

Auch wenn das Segel-Erlebnis 2016 ein kleines Jubiläum feiert und sich selbst als älteste Traditionsseglerregatta an der deutschen Nordsee bewirbt, fällt die Regatta dennoch kleiner aus als in Vorjahren. Gingen beispielsweise vor einem Jahrzehnt noch 23 Schiffe an den Start, so ist es in diesem Jahr nur noch ein gutes Dutzend. Das mag auch an der gesunkenen Zahl der zahlenden Mitsegler liegen. Waren es damals 1400, so sind es in diesem Jahr nach Veranstalterangaben noch 750.

Dennoch bietet der Cup allen Segelfreunden vom Seedeich bei Hooksiel erfahrungsgemäß eindrucksvolle Anblicke der voll betakelten Schiffe. In den Vorjahren kamen regelmäßig Zehntausende, um das Spektakel zu beobachten. Zum 14. Mal dabei – und damit eine Rarität – ist der 110 Jahre alte Topsegelschoner „Swaensborgh“, dessen Besatzung immerhin 550 Quadratmeter Segelfläche aufziehen kann. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schiff lange als Küstenmotorschiff unterwegs. Erst in den 1990er-Jahren wurde es zum Luxus-Schoner umgebaut und schippert in den Sommermonaten gewöhnlich auf der Ostsee. Um die Lücken etwas zu füllen, lädt der Wilhelmshavener Segelclub in diesem Jahr erstmals auch nicht gecharterte Traditionssegler und Sportboote zu einer Begleitregatta ein. Interessenten starten in eigenen Wertungsklassen um einen separaten Platz. Zusammen werden dann gegen 17 Uhr alle Schiffe zur gemeinsamen Einlaufparade im Großen Hafen zurück erwartet. Bis dahin werden Schaulustige mit dem schon traditionellen Hafenschwimmen, Barkassenfahrten und Livemusik unterhalten. Am Sonntag und dem Feiertags-Montag können die teilnehmenden Schiffe von 10 bis 18 Uhr kostenfrei besichtigt werden. Außerdem stechen am Sonntag ab 11.30 Uhr vor der Deichbrücke zum sechsten Mal selbst gebaute Papierboote samt Mannschaft in See.

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