Protestaktion im Hamburger Airport

Montagsdemo gegen Fluglärm

Hamburg. Das hat es im langen Streit um den Fluglärm des Hamburger Airports noch nicht gegeben: Erstmals wollen die Betroffenen ihrem Ärger im Airport selbst Luft machen. Unter dem Motto „Fluglärm sofort reduzieren! Fluglärm macht krank!“ rufen mehrere Bürgerinitiativen aus Hamburg und dem Umland für den 12.
06.01.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Markus Lorenz

Das hat es im langen Streit um den Fluglärm des Hamburger Airports noch nicht gegeben: Erstmals wollen die Betroffenen ihrem Ärger im Airport selbst Luft machen. Unter dem Motto „Fluglärm sofort reduzieren! Fluglärm macht krank!“ rufen mehrere Bürgerinitiativen aus Hamburg und dem Umland für den 12. Januar zur ersten Anti-Lärm-Montagsdemo auf. Vorbild ist Frankfurt, wo Bürger seit mehr als drei Jahren jeweils am Wochenanfang gegen den Krach von Deutschlands größten Flughafens protestieren.

Die Hamburger Demonstration ist für

18 Uhr im Terminal 1 angemeldet. Wie ein Bahnhof gilt auch der Flughafen als öffentliches Gebäude, in dem Demonstrationsfreiheit gilt. Die Veranstalter erwarten mehrere Dutzend Teilnehmer. „Es wird eine bunte Demo, fantasievoll und friedlich“, kündigt Martin Mosel an, Sprecher der Bürgerinitiative Alstertal/Walddörfer/Ahrensburg (BAW). Um die Passagiere nicht über Gebühr zu belästigen, wollen die Lärm-Gegner auf Megafone verzichten.

Die BAW ist treibende Kraft hinter der Premiere. Mosel sagt: „Flugverkehr stellt eine der größten Umweltbelastungen weltweit dar. Die maximal verträgliche Belastbarkeit ist am innerstädtischen Großflughafen in Hamburg wesentlich überschritten.“ Die Anzahl an Flugbewegungen dürfe in Hamburg künftig nicht mehr durch technische Machbarkeit bestimmt werden, sondern „muss sich der Akzeptanz bei der vom Fluglärm betroffenen Bevölkerung unterordnen“. Mosel verweist auf den deutlichen Anstieg bei Fluglärmbeschwerden von Anwohnern des Airports Fuhlsbüttel. Mitgetragen wird der Demonstrationsaufruf von der Norderstedter Interessengemeinschaft für Fluglärmschutz (NIG), vom Dachverband der Hamburger Fluglärm-Initiativen (BIG) sowie der Notgemeinschaft der Flughafenanlieger.

Noch nicht abgeschlossen sind laut Mosel die Gespräche der Bürgerinitiativen zur Bildung einer „Fluglärmschutz-Allianz Nord“. Angesichts unterschiedlicher Interessen je nach regionaler Betroffenheit gelte es, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Eine übereinstimmende Forderung der Initiativen bestehe etwa im Verbot von Flügen nach 22 Uhr.

Die BAW, so Mosel weiter, verlange zudem eine „solidarische Verteilung“ der jährlich knapp 150 000 Flugbewegungen. Im Klartext: Die Lärmbetroffenen in Hamburgs Nordosten wollen, dass mehr Flüge über die bisher kaum genutzte Start- und Landebahn Alsterdorf/Hamm/Innenstadt abgewickelt werden. Die ungleiche Verteilung über die vier Bahnen sorgt seit Jahrzehnten auch im schleswig-holsteinischen Umland für Verdruss.

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