Über 500 Tiere im Freizeitpark Ostrittrum Nachwuchs lockt Besucher

Dötlingen. Nachwuchs in fast allen Gehegen zieht gerade viele Besucher in den Wild- und Freizeitpark Ostrittrum. Über 500 Tiere gibt es auf der Anlage in Dötlingen – und im Frühling sind wieder einige dazugekommen beziehungsweise noch unterwegs.
27.04.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Nachwuchs lockt Besucher
Von Esther Nöggerath

Nicht nur das gute Wetter, sondern auch der Nachwuchs in fast allen Gehegen zieht gerade viele Besucher in den Wild- und Freizeitpark Ostrittrum. Über 500 Tiere gibt es auf der Anlage in Dötlingen – und im Frühling sind wieder einige dazugekommen beziehungsweise noch unterwegs. Die Sonne lockt Kängurus, Mufflons, Ziegen und Co. aus ihren Gehegen, und so tummeln sich auch viele kleine Neuankömmlinge schon mit im Freien.

Schnee gab es dieses Jahr kaum. Und die Temperatur sank – ganz im Gegensatz zum Vorjahr, wo sogar im März draußen noch alles weiß war – auch selten unter null Grad. Der milde Winter – er hat sich auch im Wild- und Freizeitpark Ostrittrum bemerkbar macht. Und kam den Betreibern vor allem finanziell zugute, wie Tanja Riesmeier erzählt, die den Park gemeinsam mit ihrem Mann Thomas und den Schwiegereltern leitet: „Wir sind sehr verwöhnt dieses Jahr.“ Viel weniger Heu benötigten die Riesmeiers diesmal, um es den Tieren über die kalten Monate in den Ställen gemütlich zu machen. „Das ist schon ein Unterschied, vor allem bei den Kosten.“

Dafür sind einige der Tiere durch die frühe Wärme ein wenig aus dem Rhythmus gekommen: Die Marderhunde beispielsweise, die sonst eigentlich die kalten Monate über durchschlummern, hätten in diesem Jahr kaum Winterschlaf gehalten und seien dafür jetzt noch etwas träge, schildert Tanja Riesmeier beim Rundgang durch den Park, wo der Frühling Einzug gehalten hat. Viele andere Zoobewohner sind dafür schon sehr aktiv und werden von dem schönen Wetter aus ihren Ställen gelockt: Nicht nur die Ziegen genießen die warmen Temperaturen, auch das Emu streckt genüsslich den Hals zum Himmel. „Da sitzen unsere Sonnenanbeter“, sagt Tanja Riesmeier und deutet auf die Kamerunschafe, die wie aufgereiht am Hügel ihres Geheges in Richtung Sonne ausgerichtet liegen.

Frühlingsgefühle machen sich breit

Viele Zoobewohner haben Frühlingsgefühle. Kein Wunder, dass es daher auch in fast jedem der Gehege bereits Nachwuchs gibt: Bei den weißen und braunen Benettkängurus sind viele der Beutel prall gefüllt und ab und zu lugt auch mal eines der Kleinen daraus hervor, um die frische Luft zu beschnuppern. Bei den Pfauenziegen hüpfen die Zicklein schon aufgeregt über den Rasen und freuen sich über das Futter der Besucher. Die Wildschweinbabys lassen sich an diesem Tag leider nicht mehr blicken, sie bleiben lieber in den geschützten Wänden ihres Stalls. „Ich selbst habe die Frischlinge auch noch nicht gesehen“, bedauert Riesmeier.

Bei den Mufflons gab es in diesem Jahr auch mehrfach Nachwuchs. Zum ersten Mal hat eine der Wildschafdamen sogar Drillinge auf die Welt gebracht. Einzig bei den Eseln lässt sich der Nachwuchs noch ein wenig Zeit. Eseldame Daisy ist mittlerweile kugelrund und steht kurz vor der Niederkunft. „Wir warten täglich darauf“, erzählt Tanja Riesmeier. Der Eselpapa wurde bereits ausquartiert, damit Daisy ihr Baby ganz in Ruhe bekommen kann. Die Geburten sind in Ostrittrum vorrangig Angelegenheit der Tiere, nur im Notfall greifen die Riesmeiers ein. Der Nachwuchs solle möglichst natürlich auf die Welt gebracht werden, erklärt Tanja Riesmeier.

Der Märchenwald, der direkt an die Tiergehege anschließt, erfreut in diesen Wochen nicht nur die Besucher, sondern auch viele Vögel und Eichhörnchen, die gerade Nestbau betreiben: Das lange Haar von Rapunzel scheint sich als Material fürs neue Eigenheim besonders gut zu eignen. Immer wieder bedienen sich die Nestbauer an den blonden Strähnen. Inzwischen weist der Zopf schon mehrere kahle Stellen auf und sieht allgemein sehr zerfranst aus. „Wir haben schon einen neuen Zopf bereitliegen, aber ein bisschen muss der andere noch halten“, sagt Riesmeier.

Rund 500 Tiere hat Familie in ihrem Wild- und Freizeitpark, der seit 28 Jahren in Familienbesitz ist. Seit Kurzem gibt es auch zwei Minischweine zu besichtigen, und im Affengehege sind elf neue Bewohner aus einem anderen Zoo hinzugekommen, davon ein Neugeborenes, sodass dort nun 13 Berberaffen herumturnen. „Die machen ganz schön Radau und viel Quatsch“, erzählt die Chefin.

Mit dem Saisonstart ist sie zufrieden. Seit Anfang März hat der Tierpark geöffnet und werde seitdem auch gut besucht. In den Osterferien seien viele Gäste für einen Familienausflug hergekommen. „Viele bleiben den ganzen Tag“, erzählt die Parkleiterin. Neben den Tieren und dem Märchenwald gibt es auch noch einen Waldlehrpfad, ein Heimatmuseum, einen See mit Tretbooten, einen Abenteuer- und einen Wasserspielplatz sowie Picknickplätze und ein Grillhaus. Bis Ende Oktober hat der Park geöffnet. Und dann geht’s erstmal wieder zurück ins Gehege – beziehungsweise in den Winterschlaf.

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