Dünger gelangt über die Flüsse ins Meer / Bundesregierung muss Nitratfracht deutlich reduzieren

Nährstoffe belasten die Nordsee

Hannover. Elbe, Weser und Ems stöhnen zunehmend unter der Nährstofffracht aus der Landwirtschaft. Die Flüsse tragen den Dünger hinaus in die Nordsee.
22.02.2016, 00:00
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Nährstoffe belasten die Nordsee
Von Silke Looden

Elbe, Weser und Ems stöhnen zunehmend unter der Nährstofffracht aus der Landwirtschaft. Die Flüsse tragen den Dünger hinaus in die Nordsee. Die Novelle der Düngeverordnung soll die Nitrateinträge reduzieren. Wenn sich nichts ändert, drohen hohe Strafen der Europäischen Union. Denn laut Wasserrahmenrichtlinie darf sich der Zustand der Gewässer zumindest nicht verschlechtern.

Elbe, Weser und Ems tragen zu viel Stickstoff mit sich. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt die Nitratfracht der Elbe um 22 Prozent, der Weser um 30 Prozent und der Ems um 48 Prozent zu senken. Das geht aus der Antwort auf eine kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Peter Meiwald aus Westerstede hervor. Der Grünen-Politiker fordert eine „nationale Stickstoffstrategie“ und einen „echten Strukturwandel in der Landwirtschaft“. „Schöne Worte allein sorgen nicht für sauberes Wasser“, betont Meiwald.

Ursprünglich hatten die EU-Mitgliedsstaaten vereinbart, die Gewässer bis 2015 in einen guten Zustand zu bringen. In der Antwort des Bundesregierung auf Meiwalds Anfrage ist nun nachzulesen, dass 82 Prozent der Oberflächenwasserkörper und 36 Prozent der Grundwasserkörper das Ziel verfehlt haben. Für sie wurde eine Fristverlängerung bis 2027 beantragt. Für die Nordsee wollen Bund und Länder eine Stickstoffkonzentration von höchstens 2,8 Milligramm pro Liter erreichen.

Die Folgen der erhöhten Stickstoffwerte sind bereits zu sehen. Dunkle Flecken im Watt zeugen von abgestorbenen Algen. Algen, die hier normalerweise nicht so gut wachsen, nun aber vermehrt Nährstoffe bekommen und gedeihen. Nährstoffe von den Feldern, die die Flüsse von den Feldern in die Nordsee tragen. Vor allem die Ems fließt durch die viehreichen Regionen Niedersachsens in den Landkreisen Emsland, Cloppenburg und Vechta.

Die Novelle der Düngeverordnung wird das Problem allein nicht lösen, räumt die Bundesregierung in dem Schreiben ein. Auch die freiwilligen Maßnahmen in den Bundesländern könnten die Defizite nur zum Teil beheben. Durch Agrarumweltmaßnahmen und Beratungsprogramme versucht Niedersachsen auf die Landwirte einzuwirken. Zudem müssen Bauern in Niedersachsen ihre Nährstoffmengen melden. So soll einen mögliche Überdüngung verhindert werden.

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