Neue Messstationen in Erdgasfeldern

Netzwerk zeichnet Erdstöße auf

Hannover·Verden. Rückschlüsse auf mögliche Zusammenhänge von Erdstößen und Erdgasgewinnung erhofft sich das Landesbergamt vom Ausbau des seismischen Überwachungsnetzes in den niedersächsischen Erdgasförderfeldern. Die Behörde hat dem Energieunternehmen Exxon Mobil dazu sechs 200 Meter tiefe Bohrungen in den Landkreisen Verden, Rotenburg, Uelzen, Heidekreis und Celle genehmigt.
02.08.2012, 05:00
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Netzwerk zeichnet Erdstöße auf
Von Hans Ettemeyer

Hannover·Verden. Rückschlüsse auf mögliche Zusammenhänge von Erdstößen und Erdgasgewinnung erhofft sich das Landesbergamt vom Ausbau des seismischen Überwachungsnetzes in den niedersächsischen Erdgasförderfeldern. Die Behörde hat dem Energieunternehmen Exxon Mobil dazu sechs 200 Meter tiefe Bohrungen in den Landkreisen Verden, Rotenburg, Uelzen, Heidekreis und Celle genehmigt.

Mit den sechs neuen Messstationen werde das seit 2007 bestehende Netzwerk der niedersächsischen Erdgasindustrie zur seismischen Überwachung der Erdgasförderung erweitert und verbessert, teilt die Behörde mit. Von den zusätzlichen Seismometern erhoffe man sich insbesondere eine bessere Bestimmung des Erdbebenherdes.

Im Raum Verden und Rotenburg hat der Erdboden in den vergangenen Jahren mehrfach gebebt, zuletzt am 13. Februar in Visselhövede mit einer Stärke von 2,9 auf der Richterskala. Das Bergamt konnte damals keinen Zusammenhang mit der Erdgasförderung feststellen, aber auch nicht ausschließen.

Dass bei der Erdgasförderung Erschütterungen ausgelöst werden können, räumt Exxon Mobil ein. Doch die seien geringfügig, und in Deutschland sei es dadurch bisher zu keinerlei Gebäudeschäden gekommen, teilte das Unternehmen gestern mit. Auch die bei der Fördermethode Fracking eingebrachte Energie reiche nicht aus, um spürbare Erschütterungen zu erzeugen. Anders könne es sich beim Fracking in Gebieten mit "kritischen Vorspannungen" verhalten. Deshalb setze Exxon Mobil diese Fördermethode dort nicht ein. Das Fracking ist umstritten, weil dabei ein Mix aus Wasser und teils giftigen Chemiekalien unter hohem Druck in den Erdboden gepresst wird, um dort Risse zu erzeugen und so das Gas zu lösen.

Anfang des Jahres hatte ein Landwirt aus dem Kreis Verden vergeblich versucht, vom Energieunternehmen RWE Dea Schadenersatz für Risse an seinem Haus zu bekommen. Bei einem Beweissicherungs-

verfahren vor dem Landgericht schloss der von ihm selbst beauftragte Gutachter aus, dass die Schäden an Decken und Wänden des Bauernhauses von Fracking-Arbeiten tief unter dem Gebäude herrührten.

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