Fragen und Antworten

Neue Corona-Verordnung weitet 2G-Regel aus

Am Dienstag ist eine überarbeitete Corona-Verordnung für Niedersachsen vorgestellt worden. In einigen Bereichen könnte der Alltag für ungeimpfte Menschen bereits in den kommenden Tagen schwieriger werden.
21.09.2021, 18:56
Lesedauer: 3 Min
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Von dpa
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Was ist neu?

Neu ist vor allem die Ausweitung der 2G-Regelung. Diese ist künftig auch in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen möglich. Wenn sich etwa ein Restaurant oder Veranstalter dafür entscheidet, nur noch vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen oder Genesene Zutritt zu gewähren, muss dort keine Maske mehr getragen werden oder Abstand gehalten werden. „Wir möchten, dass das Leben für diejenigen Menschen, die sich bereits haben impfen lassen, so unkompliziert und so wenig beeinträchtigt wie möglich weitergehen kann“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Zudem wurde präzisiert, was droht, wenn Corona-Warnstufen erreicht werden.

Wann treten die neuen Regelungen in Kraft?

Die Corona-Landesverordnung soll am Mittwoch in Kraft treten und bis zum 10. November gültig sein. Veränderungen oder Anpassungen sind allerdings auch vorher möglich.

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Welche Ausnahmen gibt es bei der 2G-Regelung?

Wer maximal 18 Jahre alt ist, kann bei 2G auch ohne Corona-Test, Impfung und Genesung in ein Restaurant oder zu einer Veranstaltung gehen. Das gilt ebenfalls für Menschen, die sich aus medizinischen Gründen noch nicht impfen lassen konnten. Dazu zählen etwa Schwangere oder Stillende. Diese müssen das allerdings nachweisen können.

Was bedeutet das 2G-Modell für Ungeimpfte und Getestete?

Bei einem 2G-Modell reicht ein negativer Corona-Test in der Regel nicht mehr aus. Somit könnte der Alltag für ungeimpfte Menschen komplizierter werden, weil ihnen droht, in mehr Bereichen keinen Zutritt mehr zu bekommen. Für die anderen Menschen ist mit der neuen Verordnung keine wirkliche Veränderung festzustellen.

Welche Obergrenze gilt bei Veranstaltungen, die auf das 2G-Modell setzen?

Maximal sind 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauer erlaubt. Wenn also etwa Fußballvereine mit Stadien, die mehr als 25.000 Plätze haben, auf ein 2G-Modell setzen, dürfen sie dennoch nicht alle ihre Plätze belegen. In Niedersachsen haben etwa der VfL Wolfsburg oder Hannover 96 Stadien mit mehr als 25.000 Plätzen.

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Was hat es mit den Warnstufen auf sich?

Die Landesregierung hat drei Warnstufen definiert, die in ihren Einschränkungen aufsteigend sind. Sie sind nach mehreren Indikatoren unterteilt. Davon müssen mehrere Werte an fünf aufeinanderfolgenden Tagen überschritten oder unterschritten sein, um Maßnahmen zu verschärfen oder zu lockern. Die Verschärfungen treffen vor allem Menschen, die noch nicht geimpft sind.

Werden Verschärfungen dann landesweit ausgerufen oder nur in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt?

Beides ist möglich. Wenn die Indikatoren Hospitalisierung und Intensivbetten die kritischen Werte über- oder unterschreiten, werden die Warnstufen vom Land ausgerufen. Wenn hingegen die Indikatoren Hospitalisierung und Neuinfizierte die Schwellenwerte überschreiten, rufen Landkreise oder kreisfreie Städte die Warnstufen aus.

Hintergrund ist, dass die Werte Hospitalisierung und Intensivbetten landesweit erhoben werden, während sich die Sieben-Tages-Inzidenz bei den Neuinfizierten auf den Wert in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt bezieht.

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Wie kann ich erfahren, dass es in meinem Landkreis oder in meiner kreisfreien Stadt Verschärfungen oder Lockerungen gibt?

Die betroffenen Regionen teilen das in der Regel über Allgemeinverfügungen mit, die oft auf deren Internetseiten nachzulesen sind.

Was sind geplante Verschärfungen bei Warnstufen?

Gilt die Warnstufe 2, ist in der Innengastronomie etwa das 2G-Modell verpflichtend. Unterschiede gibt es ebenfalls beispielsweise bei größeren Veranstaltungen ab 1000 Besuchern: Während bei der ersten Warnstufe 3G möglich ist und dann ein negativer Corona-Schnelltest als Nachweis reicht, wird bei der zweiten Warnstufe ein negativer PCR-Test verlangt. Ab der dritten Warnstufe sind Veranstalter drinnen zu 2G verpflichtet, draußen braucht es einen negativen PCR-Testnachweis.

Was bedeutet das unterm Strich für Verbraucherinnen und Verbraucher?

Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte oder genesene Menschen ändert sich erkennbar nichts im Alltag. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sollen ebenfalls Zutritt erhalten. Für ungeimpfte Erwachsene kann es hingegen deutlich unbequemer werden. Corona-Schnelltests sind in wenigen Wochen nicht mehr kostenlos und die als verlässlicher geltenden PCR-Tests sind in der Regel noch teurer. Somit könnte der Alltag ohne Impfung relativ schnell ins Geld gehen.

Ändern sich Regelungen an den Schulen?

Ja, Schülerinnen und Schüler der ersten und zweiten Klassen müssen künftig keine Maske mehr im Unterricht tragen. Die dreimalige Testpflicht pro Woche bleibt zunächst bestehen. Wer vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich nicht testen.

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