Ab Mittwoch Niedersachsen hebt Besuchsverbot in Heimen und Kliniken teils auf

Das Besuchsverbot in Pflegeheimen war als soziale Isolation kritisiert worden, die Betreiber hatten auf die Infektionsgefahr verwiesen. Nun sind Besuche in Altenheimen mit Einschränkungen wieder möglich.
18.05.2020, 16:46
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Niedersachsen hebt das im Zuge der Corona-Epidemie erlassene Besuchsverbot für Heimbewohner und Klinikpatienten ab Mittwoch teilweise auf. Wie in anderen Bundesländern bereits seit eineinhalb Wochen seien in Niedersachsen nun sogenannte Besuch-Tandems möglich, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover. Dabei geht es darum, dass ein Heimbewohner von einer festen Person regelmäßig besucht werden darf.

Grundsätzlich hatte Niedersachsen den Heimen zwar schon vor einem Monat bei entsprechenden Hygienemaßnahmen Besuche erlaubt. Viele Heime hatten aus Sorge vor erneuten Infektionen aber zunächst keine Besuchsmöglichkeiten gestattet. Mit der Änderung nun haben Bewohner und Patienten wieder ein Anrecht auf Besuch, wenn auch eingeschränkt.

Reimann sagte, die soziale Isolation von Heimbewohnern müsse nun ein Ende haben. Sie hoffe, dass am bevorstehenden langen Wochenende viele aufgeschobene und langersehnte Besuche wieder erfolgen könnten. Als fester Besuch könnten auch zwei Personen benannt werden, im Laufe der Zeit sei auch ein Wechsel der Besuchsperson möglich.

Zur Hochzeit der Epidemie sei das Besuchsverbot angesichts des hohen Risikos für Heimbewohner aber gerechtfertigt gewesen, betonte die Ministerin. Von den bislang 550 Corona-Toten in Niedersachsen seien 262 Heimbewohner gewesen. Angesichts der rückläufigen Infektionszahlen sei das Risiko von Besuchen nun vertretbar. „Es scheint, dass wir die Epidemie in Niedersachsen gut unter Kontrolle haben.“ Dazu habe die Disziplin der Menschen bei den Kontakt- und Abstandsregeln beigetragen, möglicherweise unterstützt durch das gute Wetter mit der Möglichkeit von Treffen im Freien statt zu Hause.

Um das Infektionsgeschehen in Pflegeheimen, wo es teils zu gehäuften Infektions- und Todesfällen gekommen war, besser im Griff zu behalten, kündigte Reimann eine Anpassung der Teststrategie an. Fortan sollten sowohl Bewohner als auch Personal bereits bei den leichtesten Symptomen einer Covid-19-Erkrankung getestet werden. Bestätigte sich eine Infektion, würden alle übrigen Bewohner und Beschäftigten sowie Kontaktpersonen ebenfalls getestet. Reihenuntersuchungen des gesamten medizinischen Personals in kurzen Zeitabständen werde es nicht geben, da diese nicht hilfreich seien. Allerdings sollen mobile Teams künftig die Heime und Gesundheitsämter bei gehäuften Infektionen unterstützen.

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