Projekt soll Integrationsprozess für Flüchtlinge besser koordinieren „Niedersachsen packt an“

Hannover. „Niedersachsen packt an“: Mit einem Aufruf zum gesellschaftlichen Schulterschluss hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag den Startschuss für das Aktionsbündnis in Hannover gegeben. Es soll die nötigen weiteren Schritte bei der Integration von Flüchtlingen besser bündeln und wird vom Land finanziell unterstützt.
08.01.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ralf Krüger

„Niedersachsen packt an“: Mit einem Aufruf zum gesellschaftlichen Schulterschluss hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag den Startschuss für das Aktionsbündnis in Hannover gegeben. Es soll die nötigen weiteren Schritte bei der Integration von Flüchtlingen besser bündeln und wird vom Land finanziell unterstützt.

„Wir haben uns teilweise selber nicht wiedererkannt“, sagte Weil mit Blick auf die Welle der Hilfsbereitschaft in den vergangenen Monaten. Mit Blick auf Sorgen und Ängste der Bevölkerung mahnte er aber auch, diese ernst zu nehmen. In einer Demokratie müsse gemeinsam darüber diskutiert werden, sonst drohe sich der Charakter der Gesellschaft zu verändern, sagte Weil. 2016 stünden wichtige Weichenstellungen für die Gesellschaft an. Dabei gelte es, auch Rückschläge zu stemmen. Weltoffenheit müsste aber ebenso gestärkt aus der Herausforderung einer Integration hervorgehen wie das gesellschaftliche Engagement. „Das ist die Haltung, die wir als Niedersachsen nach außen vertreten wollen“, sagte er. Die Aktivitäten des Gremiums wird eine Koordinierungsgruppe lenken, der bereits die beiden christlichen Kirchen, das Land, der DGB, die Unternehmerverbände und die kommunalen Spitzenverbände angehören. Bisher haben knapp 1400 Einzelpersonen und rund 100 Institutionen online den gemeinsamen Aufruf von Sozialpartnern, Landesregierung und Kirchen unterstützt. Dazu gehören neben Unternehmern wie Dirk Rossmann oder Martin Kind auch Springreiterin Meredith Michaels-Beerbaum, Musiker Peter Maffay oder die Geschäftsführerin der Emder Kunsthalle, Eske Nannen. 2016 sollen auf drei Integrationskonferenzen Schwerpunkte diskutiert und Handlungsempfehlungen erarbeitet werden. Die erste Integrationskonferenz ist für den 16. März geplant, nach Angaben der Staatskanzlei voraussichtlich in Hannover.

„Wir werden eine offene Arbeitsweise pflegen“, versprach Weil. Fertige Drehbücher für die Herausforderung der Flüchtlingsintegration könne es nicht geben. Zu den vielfältigen Aufgaben des laufenden Jahres gehöre eine medizinische Regelversorgung der Flüchtlinge, sagte die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Martina Wenker. Sie betonte: „Das kann unsere Gesellschaft leisten.“ Avni Altiner, der Vorsitzende des Landesverbands der Muslime (Schura), erinnerte an die Aufnahme vietnamesischer Flüchtlinge in Niedersachsen und sagte: „Wir befinden uns in einer guten Tradition und müssen gemeinsam anfangen.“

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