Bertelsmann-Stiftung

Niedersachsen schrumpft bis 2030 weniger stark als befürchtet

Niedersachsen schrumpft nach einer neuen Prognose weniger stark als noch vor einigen Jahren befürchtet. Dennoch verlieren einige Gemeinden in den kommenden 15 Jahren bis zu 20 Prozent ihrer Einwohner, zeigt eine Bertelsmann-Stiftung.
08.07.2015, 07:58
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Niedersachsen schrumpft nach einer neuen Prognose weniger stark als noch vor einigen Jahren befürchtet. Dennoch verlieren einige Gemeinden in den kommenden 15 Jahren bis zu 20 Prozent ihrer Einwohner, wie die Bertelsmann Stiftung in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie vorhersagt. Bis 2030 soll Niedersachsen demnach um 140 000 auf 7,64 Millionen Einwohner schrumpfen. Frühere Prognosen gingen von einem Rückgang der Bevölkerung bis 2030 auf unter 7,4 Millionen Einwohner aus. Bei den aktuellen Berechnungen ist berücksichtigt, dass Deutschland insgesamt von einer verstärkten Zuwanderung profitiert, wie sie zuvor noch nicht absehbar war.

Für Niedersachsen gilt wie auch bundesweit der Trend, dass städtische Regionen weiterhin wachsen, während die Einwohnerzahlen im ländlichen Raum zumeist rückläufig sind. "Es wird immer schwieriger, eine gute Infrastruktur in den schrumpfenden und alternden Regionen zu gewährleisten", erklärte Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. Die zentrale Herausforderung sei, auch in einwohnerschwachen Regionen flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine angemessene Gesundheitsversorgung in erreichbarer Nähe anzubieten.

Das stärkste Bevölkerungswachstum gibt es nach der Bertelsmann-Prognose in Oldenburg (+5,3 Prozent), dem Kreis Ammerland (+5,1 Prozent), Braunschweig (+4,9 Prozent), Kreis Vechta (+4,7 Prozent), Wolfsburg und Kreis Harburg (+4,5 Prozent) sowie dem Kreis Lüneburg (+4,0 Prozent). Besonders starke Rückgänge bis 2030 gibt es im Kreis Osterode (-15,6 Prozent), Kreis Holzminden (-13,5 Prozent), Kreis Northeim (-13,1 Prozent), Kreis Goslar (-11,9 Prozent), Salzgitter (-10,6 Prozent) sowie Kreis Helmstedt (-10 Prozent).

2030 wird die Hälfte der Niedersachsen älter als 49,2 Jahre alt sein. Die Zahl der Hochbetagten über 80 Jahre steigt um fast 50 Prozent auf knapp 629 000. Verglichen mit anderen Bundesländern liegt Niedersachsens Bevölkerungsentwicklung im Mittelfeld. Während die Stadtstaaten Berlin (+10,3 Prozent) und Hamburg (+7,5 Prozent) sowie Bayern (+3,5 Prozent) wachsen, verlieren Sachsen-Anhalt (-13,6 Prozent) und Thüringen (-9,9 Prozent) einen spürbaren Teil ihrer Bevölkerung. (dpa)

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