Jäger: Aggressive Tiere verdrängen andere Arten Nilgänse machen sich in Niedersachsen breit

Hannover·Verden. Die aus Afrika stammenden Nilgänse breiten sich in Niedersachsen immer mehr aus. Die Vögel sind sehr anpassungsfähig und finden auch in diesen Breiten ideale Bedingungen vor.
27.08.2014, 21:00
Lesedauer: 2 Min
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Die aus Afrika stammenden Nilgänse breiten sich in Niedersachsen immer mehr aus. Die Vögel sind sehr anpassungsfähig und finden auch in diesen Breiten ideale Bedingungen vor. Der Brutbestand in Niedersachsen liege derzeit bei etwa 2000 Paaren mit steigender Tendenz, teilte das Umweltministerium mit. Allerdings hinterlassen die Federtiere auf Liegewiesen und Parks ihren Kot und verärgern damit Besucher und Kommunen. Und auch heimische Tiere bekommen Probleme.

„Diese Gänseart ist sehr aggressiv und bestimmend“, sagt Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen. Wenn sie einen Lebensraum besiedele, verdränge sie andere Arten. „Die Nilgans hat zudem ein sehr expansives Ausbreitungsverhalten“, so Dam-mann-Tamke. Sie komme mit dem Lebensraum in der nordwestdeutschen Tiefebene bestens zurecht und haben das Gebiet flächendeckend besiedelt.

Dabei brüte diese Gänseart nicht nur auf dem Boden, sondern besetze auch Horste in Bäumen. „Die Nilgans hat eine hohe Legeleistung und viele Nachkommen, sie übertrifft damit die Wachstumsraten anderer Gänse“, erklärt der Präsident der Landesjägerschaft. Die Jäger hätten den Auftrag zum Artenschutz und müssten daher die Ausbreitung der Nilgans zurückdrängen. 2012 wurden landesweit etwa 2500 Nilgänse in Niedersachsen geschossen, 2013 waren es bereits fast 3100.

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Der NABU Niedersachsen spricht sich gegen eine Bejagung der Nilgänse aus und will prüfen, ob diese überhaupt zulässig ist. Bei der Jagd von Grau- und Nilgänsen bestehe zudem eine große Verwechselungsgefahr mit anderen Gänsen, da zu den Jagdzeiten der Heimzug der arktischen Gänsearten unter Umständen schon begonnen hat, erklärt Ulrich Thüre, Sprecher des NABU Niedersachsen.

Kot auf Liegeflächen an Badeseen und auf Fußwegen stamme auch häufig von Graugans-Trupps. Anstelle von Abschüssen hält der NABU eine gezielte Lenkung der weidenden Gänse sowie ein angepasstes Management von öffentlichen Grünflächen für sinnvoller. Dazu zählten ein Fütterungsverbot sowie extensive, langrasige Grünlandflächen. Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn führt die Nilgans auf seiner Grauen Liste der sogenannten potenziell invasiven Arten – darauf stehen Tiere, die durch ihre Ausbreitung die heimische Artenvielfalt möglicherweise derart stark bedrohen, dass sie bejagt werden müssen.

Gänseforscher Helmut Kruckenberg aus Verden gibt allerdings Entwarnung. „Es gibt keine Belege dafür, dass heimische Tiere durch die Nilgans verdrängt werden.“ Hierbei könne es sich laut Kruckenberg nur um Einzelbeobachtungen handeln.

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