Besucherrekord an der Küste Nordsee liegt weiter vorn

Die Nordseeküste setzt im Tourismus auf hochwertige Angebote, Natur und Nachhaltigkeit. Das scheint gut anzukommen: die Nordsee ist Niedersachsens beliebtestes Urlaubsziel.
01.03.2016, 00:00
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Nordsee liegt weiter vorn
Von Silke Looden

Die Nordseeküste setzt im Tourismus auf hochwertige Angebote, Natur und Nachhaltigkeit. Das scheint gut anzukommen: die Nordsee ist Niedersachsens beliebtestes Urlaubsziel.

Wiederholt hat Niedersachsen die Schwelle von 40 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr geknackt. Die Anzahl der Gäste stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 13,4 Millionen. Beliebtestes Urlaubsziel ist die Nordsee mit 12,9 Millionen Übernachtungen, davon 7,6 Millionen an der Küste und 5,3 Millionen auf den Inseln. Das geht aus dem am Montag in Hannover veröffentlichten Bericht des Landesamtes für Statistik hervor.

41,3 Millionen Übernachtungen in einem Jahr bedeuten einen neuen Tourismus-Rekord in Niedersachsen. Nach der Nordsee mit 2,5 Millionen Gästen liegt die Lüneburger Heide mit 6,1 Millionen Übernachtungen von 2,1 Millionen Gästen auf Platz zwei im Ranking der niedersächsischen Urlaubsregionen. Der Harz brachte es auf 3,5 Millionen Übernachtungen von einer Million Gästen. Durchschnittlich blieben die Urlauber drei Tage, auf den Inseln doppelt so lange. Städtereisen liegen mit 20 Prozent Marktanteil weiter im Trend.

?Potenzial bei ausländischen Touristen

„Wir sehen unsere Strategie bestätigt“, sagt die Staatssekretärin im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, Daniela Behrens (SPD) aus Bokel (Landkreis Cuxhaven). Die rot-grüne Regierung setze im Tourismus auf hochwertige Angebote, auf Natur und Nachhaltigkeit, auf Aktivität und Gesundheit. Als Vorsitzende des Aufsichtsrates der Tourismus Marketing Niedersachsen GmbH sieht Behrens für die Zukunft vor allem noch Potenzial bei Touristen aus dem Ausland.

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1,5 Millionen Gäste aus dem Ausland kamen im vergangenen Jahr nach Niedersachsen. Das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Sie buchten 3,7 Millionen Übernachtungen. Um das wachsende Marktsegment zu erschließen, macht die Branche verstärkt Werbung in den Alpenländern. Die Zahl der Übernachtungen von Schweizern in Niedersachsen stieg im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent, die der Österreicher um 10,7 Prozent. „Niedersachsen bietet den Urlaubern aus den Alpenländern einen spannenden Kontrast zur heimischen Landschaft“, erklärt Carolin Ruh, Geschäftsführerin der Tourismus GmbH. Nachdem die Werbung in der Alpenregion so erfolgreich war, will Niedersachsen nun auch in Belgien, Dänemark, Polen und Großbritannien für seine Tourismusangebote werben.

?Nachhaltiger Tourismus im Naturschutzgebiet

Die meisten ausländischen Gäste in Niedersachsen kommen nach wie vor aus den Niederlanden. Die Holländer brachten es 2015 auf eine Million Übernachtungen in Niedersachsen. Gemeinsam mit den Niederländern vermarktet Niedersachsen das Weltnaturerbe Wattenmeer. In dem Förderprojekt „Watten Agenda“ haben sich Tourismusmanager und Naturschützer von dies- und jenseits der Grenze zusammengeschlossen, um Urlauber und Einheimische für das Weltnaturerbe Wattenmeer zu sensibilisieren. Im Vordergrund steht der nachhaltige Naturtourismus, der das Wattenmeer erlebbar macht, ohne den einzigartigen Lebensraum zu zerstören.

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Der Zusammenschluss unabhängiger Naturschutzgruppen (Wattenrat) kritisiert das Engagement der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer für den nachhaltigen Tourismus mitten im Naturschutzgebiet. Wattenrat-Sprecher Manfred Knake meint: „Die Nationalparkverwaltung hat sich in den letzten Jahren als Tourismusagentur zur Steigerung der Übernachtungszahlen entpuppt.“

?Harz setzt auf Trendsportarten

Der Harz versteht sich als Ganzjahresurlaubsziel. Auch wenn die Skigebiete den milderen Wintern mit Schneekanonen trotzen, setzt die Region zunehmend auf Trendsportarten wie das Biking. Am Wurmberg etwa befindet sich heute der mit 18 Kilometern größte Bikepark Deutschlands. Mit rasanten Downhill-Fahrten wollen Tourismusmanager wieder mehr junge Menschen für den Harz begeistern. Die Seilbahn bringt also nicht nur Skifahrer und Wanderer, sondern vermehrt auch Radfahrer auf den Wurmberg. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) sieht bereits einen „echten Wendepunkt zu mehr Wachstum“ durch neue Angebote – wie beispielsweise den Baumwipfelpfad in Bad Harzburg.

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Verlierer im Reiseland Niedersachsen waren im vergangenen Jahr die Grafschaft Bentheim, das Emsland, das Osnabrücker Land und die Mittelweser-Region. Dort gingen die Übernachtungszahlen zurück.

Bundesweit konnte Niedersachsen seinen vierten Platz im Ranking der Bundesländer behaupten. Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen belegen die ersten drei Plätze.

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