Debatte um Wiederansiedlung Opposition will besseren Schutz vor Wölfen

Von wegen Wolfsromantik: Entsprechende Kritik der Opposition an der rot-grünen Landesregierung wies Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel im niedersächsischen Landtag zurück.
19.02.2015, 00:00
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Opposition will besseren Schutz vor Wölfen
Von Silke Looden

Von wegen Wolfsromantik: Entsprechende Kritik der Opposition an der rot-grünen Landesregierung wies Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) am Mittwoch im niedersächsischen Landtag zurück. Von einer Wiederansiedlung des Wolfes könne nicht die Rede sein. Der Wolf kehre zurück – und zwar von ganz allein. Mögliche Gefahren dürften nicht verharmlost werden, so Wenzel.

Nachdem der Wolf bis zum Jahr 2000 in Deutschland als ausgestorben galt, leben inzwischen wieder etwa 50 Wölfe in Niedersachsen. Nachweislich wurden im vergangenen Jahr 115 Schafe, drei Rinder sowie 25 Damhirsche und Damtiere vom Wolf getötet. Weitere 40 Schafe wurden durch Wolfsattacken verletzt. Seit November sollen in den Landkreisen Oldenburg, Vechta und Diepholz mehr als 60 Schafe von Wölfen gerissen worden sein. Nachdem, wie berichtet, ein Wolf in der Nähe des Waldkindergarens in Goldenstedt (Landkreis Vechta) gesichtet wurde, schlugen die Emotionen auch im Landtag hoch.

Die CDU forderte ein vorausschauendes Wolfsmanagement. Sonst könnte die Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung sinken und sich in ein Feindbild umkehren, sagte der CDU-Abgeordnete Ernst-Ingolf Angermann. Die FDP indes will die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht. „Wenn Sie nicht handeln, wird es nicht bei Nutztierschäden bleiben“, warnte der FDP-Abgeordnete Gero Hocker.

Weder wolfsfreie Gebiete noch eine Bejagung seien mit dem europäischen Artenschutzrecht vereinbar, betonte der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes NABU, Holger Buschmann. „Das wäre ein Fall für den europäischen Gerichtshof.“ Umweltminister Wenzel erklärte, dass Niedersachsen kein Interesse an einem weiteren Vertragsverletzungsverfahren habe.

Von gesunden Wölfen, so Wenzel, gehe in der Regel keine Gefahr aus. Bei „Problem-Wölfen“ biete das Naturschutzgesetz schon heute ausreichend Möglichkeiten – von der Vertreibung, über die Betäubung bis hin zum Abschuss. „Die Sicherheit der Menschen geht vor“, sagte denn auch der SPD-Abgeordnete Marcus Bosse und warnte vor Panikmache: „Die Großmütter frisst der Wolf nur im Märchen.“

Der Bürgermeister der Gemeinde Goldenstedt, Willibald Meyer, war nach Hannover gereist, um sich die Debatte anzuhören. Er zeigte sich enttäuscht. Der zuständigen Staatssekretärin im Umweltministerium, Almut Kottwitz, überreichte er ein Schreiben, in dem er die Besorgnis der Goldenstedter angesichts der Wolfssichtung in der Nähe des Waldkindergartens zum Ausdruck brachte.

Unterdessen wurde in Lamstedt (Landkreis Cuxhaven) eine verbotene Todschlagfalle entdeckt. Der Fundort im Revier des Cuxhavener Wolfspaares sowie die Innereien als Lockfutter ließen darauf schließen, dass dem Wolf nachgestellt werde, sagte Jäger und NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Die Polizei hat die Falle inzwischen aus dem Naturschutzgebiet Lan-genmoor entfernt. Es sei aber nicht auszuschließen, dass dort weitere Fallen zu finden seien und eine potenzielle Gefahr für spielende Kinder darstellten, so der Nabu und stellte Strafanzeige.

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