Dem Wolf auf der Spur

Parole Wolfslosung

Das im vergangenen Jahr gestartete Bürgerwissenschaftler-Projekt, bei dem Laien auf Wolfsspuren wandeln, wird fortgesetzt. Das Wolfsbüro des Landes nennt die vorgestellten Ergebnisse wertvoll.
07.06.2018, 18:57
Lesedauer: 2 Min
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Parole Wolfslosung
Von Justus Randt
Parole Wolfslosung

Das niedersächsische Bürgerwissenschaftler-Projekt, bei dem Laien Wolfsspuren registrieren, wird fortgesetzt.

DPA

Hannover. Bürgerwissenschaftler auf den Spuren des Wolfes – der Gedanke, dass Heide-Touristen mit Plastiktüten bewehrt nach Raubtierlosung suchen, hat im vergangenen Jahr für Belustigung gesorgt. Bei Skeptikern regte sich sogar Unmut darüber, dass sich die staatliche Wolfsbeobachtung durch Laien unterstützen ließ. Jetzt, ein Jahr nach der Premiere und kurz bevor die nächsten Erkundungstouren durch die Heide starten sollen, hat Matthias Hammer, seinen Bericht vorgelegt. Der Chef der gemeinnützigen Naturschutzorganisation Biosphere Expeditions, die den ungewöhnlichen Heide-Urlaub organisiert, zieht darin stolz Bilanz.

„Die 49 Bürgerwissenschaftler aus aller Welt stockten in nur einem Monat die alljährlichen Wolfslosungsfunde Niedersachsens um mehr als ein Drittel auf“, teilen Hammer und Peter Schütte, wissenschaftlicher Leiter der Expedition und Wolfsberater in Niedersachsen, mit. „Außerdem konnten unter anderem mit Hilfe der Expedition ein Rudel und mehrere Einzelwölfe nachgewiesen werden.“ Außer Schütte waren weitere ehrenamtliche Wolfsberater, Schäfer, Grundbesitzer, der Naturschutzbund (Nabu) „und sogar Losungsspürhunde“ beteiligt. Nicht zuletzt war das beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) angesiedelte Wolfsbüro des Landes in die Aktion eingebunden, das unter anderem die zu untersuchenden Gebiete empfohlen hatte.

42 der 49 Teilnehmer, die anderthalbtägige Schulungen durchlaufen mussten, stammten im vergangenen Jahr „aus Deutschland oder seinen unmittelbaren Nachbarstaaten, vier aus Niedersachsen, drei aus Nordamerika, zwei aus Australien.“ Jeweils ein Bürgerwissenschaftler kam aus Indien und Singapur.“ Insgesamt seien 22 der 76 gesammelten Losungsproben nach der Analyse als sogenannter C-1-Nachweis (eindeutiger Nachweis) dem Wolf zugeordnet worden. In die Kategorie eindeutig Wolf fiel auch die „direkte Sichtung“ eines Tieres. Sieben Losungsproben stammen nicht von einem Wolf. „Die Nahrungsanalyse läuft derzeit noch und wird im nächsten Bericht veröffentlicht“, kündigt Expeditionschef Hammer an.

Die Ergebnisse der ersten Expedition 2017 „gehen über die Erwartungen des Wolfsbüros hinaus, denn die Bürgerwissenschaftler haben das niedersächsische Wolfsmonitoring um wertvolle Daten ergänzt – qualitativ und quantitativ“, teilt Sprecherin Bettina S. Dörr in Abstimmung mit dem Umweltministerium mit. „Das Wolfsbüro begrüßt daher auch die Weiterführung des Projekts in diesem Jahr.“

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