Studie über Gebrauch der Sprache Platt verstehen? Löppt bei den Norddeutschen

Fast die Hälfte aller Norddeutschen gibt laut einer Studie an, gut Platt zu verstehen. Abwärtstrend? Der wäre demnach gestoppt. Löppt. Zumindest einigermaßen, findet auch der Leiter des Instituts für Niederdeutsche Sprache.
08.08.2016, 19:08
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Fast die Hälfte aller Norddeutschen gibt laut einer Studie an, gut Platt zu verstehen. Abwärtstrend? Der wäre demnach gestoppt. Löppt. Zumindest einigermaßen, findet auch der Leiter des Instituts für Niederdeutsche Sprache.

Der Abwärtstrend des Plattdeutschen scheint gestoppt. Das ist das Ergebnis einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des Bremer Institutes für Niederdeutsche Sprache (INS) und des Institutes Deutsche Sprache.

Fast die Hälfte (47,8 Prozent) der 1632 befragten Norddeutschen gab an, „sehr gut“ bis „gut“ Platt verstehen zu können; 16 Prozent können nach eigener Einschätzung „sehr gut“ bis „gut“ Plattdeutsch sprechen. 2007 waren es 46 beziehungsweise 14 Prozent.

„Wenn wir das auf die acht ganz oder in Teilen untersuchten Bundesländer hochrechnen, kommen wir auf rund 2,5 Millionen Menschen, die aktiv Plattdeutsch sprechen. Anders als in den Vorjahren ist die Zahl seit 2007 stabil und nimmt nicht ab“, sagte INS-Chef Reinhard Goltz.

Plattdeutsch wird nicht mehr nur in der Familie vermittelt

Schleswig-Holstein führt mit 24,4 Prozent die Gruppe der aktiven Sprecher an, Mecklenburg-Vorpommern mit 70 Prozent deutlich das Feld der „Plattdeutsch-Versteher“. In Niedersachsen gaben rund 49 Prozent der Befragten an, Plattdeutsch „sehr gut“ bis „gut“ zu verstehen. 17 Prozent der Befragten bezeichneten sich als „gute“ oder „sehr gute“ Sprecher. Für Bremen waren es 42 Prozent (Versteher) beziehungsweise 17 Prozent (Sprecher).

„Mein Eindruck ist, dass es ein stärkeres Selbstbewusstsein gibt, Plattdeutsch zu sprechen und sich auch dazu zu bekennen“, betonte Goltz. Der Ort der Weitervermittlung sei anders als früher nicht mehr nur die Familie. Es werde Plattdeutsch in Bildungseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten vermittelt. (dpa)

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