Tag der Deutschen Einheit „Die DDR war härter als ich dachte“

In Helmstedt und Marienborn wird an quälende Pkw-Kontrollen am einst größten innerdeutschen Grenzübergang erinnert. Schülerinnen und Schüler von heute können sich das kaum vorstellen.
03.10.2022, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Joachim Göres

„Bitte öffnen Sie die Motorhaube, Kofferraum und heben Sie die hintere Sitzbank ab.“ Dieses Zitat eines Zöllners findet sich in großen Buchstaben auf einer Ausstellungstafel in der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn. Bis 1989 war Helmstedt/Marienborn die größte innerdeutsche Grenzübergangsstelle. Jährlich rund zwölf Millionen Menschen passierten mit Pkw, Lkw, Motorrad oder Bus das niedersächsische Helmstedt, um anschließend im benachbarten Marienborn auf ostdeutscher Seite kontrolliert zu werden, auf ihrem Transit über die Autobahn von und nach West-Berlin oder auf dem Weg in die beziehungsweise aus der DDR. Wer dem Ost-Zoll verdächtig vorkam, wurde in die Kontrollgarage geleitet mit der Aufforderung, die Verkleidung seines Wagens zu demontieren. So wurde zum Beispiel überprüft, ob Menschen im Inneren versteckt wurden. An lange Staus vor den Kontrollhäuschen, prüfende Blicke und die eigenen gemischten Gefühle können sich ältere Bundesbürger erinnern – für normale DDR-Bürger war Marienborn dagegen unerreichbar.

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