Kommentar über die Affäre Schostok Rote Hochburg ist sturmreif

Nach der Affäre um den Hannoveraner OB atmen Niedersachsens Genossen auf - dabei ist keineswegs sicher, dass sie wieder den Nachfolger stellen, meint unser landespolitischer Korrespondent Peter Mlodoch.
30.04.2019, 16:31
Lesedauer: 1 Min
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Rote Hochburg ist sturmreif
Von Peter Mlodoch

Die quälende Hängepartie ist zu Ende. Hannovers angeschlagener sozialdemokratischer Oberbürgermeister Stefan Schostok hat endlich die notwendigen Konsequenzen aus der peinlichen Rathaus-Affäre gezogen und seinen Rückzug eingeläutet. Nichts anderes blieb dem glücklosen Stadtoberhaupt übrig – unabhängig von seiner strafrechtlichen Verantwortung für die illegalen Boni. Niedersachsens Landeshauptstadt war unter seiner schwachen Führung so oder so gelähmt.

Aufatmen wird vor allem seine SPD – nicht nur in der Stadt, sondern auch und gerade im Land. Hannover galt bisher als uneinnehmbare Hochburg der Sozialdemokraten, als Machtbasis roter Ministerpräsidenten wie des jetzigen Amtsinhabers Stephan Weil, Vorgänger Schostoks im Rathaus. Der unsägliche Genossenfilz dort drohte diesen – trotz der eigenen guten Regierungsarbeit – mit in den Abgrund zu ziehen. Der von der Partei erzwungene Rücktritt des jetzt amtierenden Oberbürgermeisters soll nun für Luft sorgen.

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Ein echter Befreiungsschlag ist er allerdings nicht. Angesichts der dubiosen Vorgänge in der Stadtverwaltung, angesichts möglicher neuer Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft ist es keinesfalls sicher, dass die SPD wieder den Chefposten in der Stadt wird gewinnen können. Die CDU und vor allem die sich bundesweit im Aufwind befindlichen Grünen wittern zurecht ihre Chance. Und ein Machtwechsel, ein Aufbrechen der eingerosteten Strukturen würde Hannover durchaus guttun.

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