Gewalt in Flüchtlingsunterkunft Polizei richtet Mordkommission ein

Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Dauelsen (Kreis Verden) sind am Wochenende 14 Menschen verletzt worden, einer von ihnen lebensgefährlich.
15.05.2016, 14:53
Lesedauer: 2 Min
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Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Dauelsen (Kreis Verden) sind am Wochenende 14 Menschen verletzt worden, einer von ihnen lebensgefährlich.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war am späten Freitagabend zunächst ein Streit zwischen Bewohnern der Unterkunft wegen eines vermeintlichen Diebstahls eskaliert. An der daraus entstehenden Massenprügelei seien zeitweilig bis zu 30 Personen beteiligt gewesen. Mit Eisenstangen und Feuerlöschern als Schlagwaffen gingen sie aufeinander los, dabei wurden sieben Menschen leicht verletzt.

An nächsten Tag wurde die Polizei abends erneut wegen gewalttätiger Übergriffe zur Unterkunft gerufen. Dieses Mal seien es sogar 50 Menschen gewesen, die mit verschiedenen Schlagwerkzeugen aufeinander einschlugen, teilte die Polizei mit. Durch ein großes Aufgebot gelang es schließlich, die Lage zu beruhigen. Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurden erneut vier Menschen leicht, zwei schwer und ein Mann lebensgefährlich verletzt. Er schwebte auch am Sonntag noch in akuter Lebensgefahr. Die Polizei ermittelt gegen neun Beschuldigte im Alter von 14 bis 43 Jahren.

Noch sind die Hintergründe des Geschehens weitestgehend unklar, so die Polizei. Zur Klärung des Tatgeschehens hat die Polizeiinspektion Verden/Osterholz inzwischen eine 15-köpfige Mordkommission eingerichtet. Die Beamten ermitteln wegen versuchten Totschlages. Ein Opfer der Auseinandersetzung, ein 14-jähriger Afghane, schwebt nach wie vor in Lebensgefahr. Zum Tatgeschehen konnte er deswegen bislang nicht befragt werden. Der 14-Jährige hatte durch massives Schlagen oder Treten schwere Kopfverletzungen davon getragen.

Ein weiteres Opfer der Auseinandersetzung, ein 27-Jähriger, befindet sich ebenfalls noch im Krankenhaus. Ein gleichaltriger Cousin des am schwersten betroffenen Opfers, der aufgrund seiner Verletzungen am Samstagabend ebenfalls zunächst in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, konnte die Klinik unterdessen wieder verlassen. Ein 19-Jähriger Tatbeteiligter wurde am Samstagabend vorübergehend von der Polizei in Gewahrsam genommen. Nach weiteren Beteiligten der Auseinandersetzung wird noch gesucht.

Die Mordkommission bittet Zeugen, die am Samstagabend zwischen 18 und 20 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Umfeld der Dauelser Notunterkunft beobachtet haben, sich unter Telefon (04231) 8060 zu melden. (dpa/wk)

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