Geplanter Aufmarsch in Hannover Polizei verbietet Hooligan-Demonstration

Die Polizei hat die für Sonnabend geplante Anti-Islamismus-Demonstration in Hannover nun endgültig verboten. Sie befürchtet gewaltsame Ausschreitungen von Hooligans und Rechtsextremisten.
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Die Polizei hat die für Sonnabend geplante Anti-Islamismus-Demonstration in Hannover nun endgültig verboten. Sie befürchtet gewaltsame Ausschreitungen von Hooligans und Rechtsextremisten, hieß es am Montag zur Begründung.

Wegen befürchteter Ausschreitungen hat die Polizei die für den 15. November in Hannover geplante Anti-Islamismus-Demonstration verboten."Wir müssen davon ausgehen, dass sie die Eskalation auch in Hannover suchen werden", sagte Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe. Er schätze die "Provokationstoleranz" bei den Demonstranten als "äußerst niedrig" ein. Im Internet hätten bislang schon rund 3500 Personen ihre Anreise angekündigt, 1500 hätten auf einer entsprechenden Seite "vielleicht" angeklickt.

Mit dem Verbot ist das letzte Wort in der Sache aber noch nicht gesprochen - der Anmelder kann dagegen beim Verwaltungsgericht Hannover Einspruch einlegen. Bis Anfang kommender Woche hat er Zeit, sich bei der Polizei zu dem Verbot zu äußern. Ungeachtet dessen stelle sich Polizei aber dennoch darauf ein, dass am 15. November gewaltbereite Hooligans nach Hannover reisen würden, sagte Kluwe. "Wir werden vorbereitet sein."

Versammlungsleiter vom rechten Rand

Die Polizei hatte beriets am Donnerstag gegen den Versammlungsleiter der geplanten Demonstration eine Anzeige wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet. Die Beamten hatten dem Mann mitgeteilt, dass er als Versammlungsleiter nicht akzeptiert werde. Ihm wird vorgeworfen, im Internet Inhalte verbreitet zu haben, die den Holocaust verherrlichen. Daraufhin kündigte der Mann seinen Rückzug von der Veranstaltung an.

Darauf folgend hatte der Anmelder der Kundgebung, ein Mann aus Nordrhein-Westfalen, einen neuen Versammlungsleiter benannt, teilte die Polizei mit. Dieser habe auch als Versammlungsleiter bei der Demonstration in Köln fungiert, bei der es zu massiven Ausschreitungen und gewalttätigen Übergriffen gekommen war.

Bei einer ähnlichen Demo in Köln hatten sich vor kurzem rund 4500 Hooligans und Rechtsextreme versammelt und die Polizei angegriffen. (dpa)

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