Immer weniger Mediziner wollen auf dem Land arbeiten, jetzt wird um Studenten geworben Quote soll Ärzte-Mangel begrenzen

Hannover. Auf dem Land gibt es zu wenige Ärzte. Mit der Landarztquote für Medizinstudienplätze sollen Studenten mit dem Berufswunsch Landarzt gefördert werden.
12.04.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Elena Metz

Hannover. Auf dem Land gibt es zu wenige Ärzte. Mit der Landarztquote für Medizinstudienplätze sollen Studenten mit dem Berufswunsch Landarzt gefördert werden. „Wir prüfen nun, wie sich eine solche Landarztquote in Niedersachsen verfassungskonform gestalten lässt“, sagte Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) am Donnerstag im Landtag. Nach einem Beschluss von Bund und Ländern sollen zehn Prozent der Medizinstudienplätze an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, nach Ende der Ausbildung bis zu zehn Jahre auf dem Land zu arbeiten.

Die Landesregierung will sich zudem auf Bundesebene für eine schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse einsetzen. Außerdem soll geprüft werden, wie Praxisassistenten oder Pflegedienste Ärzte entlasten können. Das hat der Landtag mit den Stimmen der Regierungsparteien am Donnerstag beschlossen.

Hintergrund ist ein zunehmender Mangel an Hausärzten auf dem Land. Die CDU kritisierte, dass die bisherigen Maßnahmen nicht reichten, um das Problem zu lösen.

Seit Mai 2014 werde laut SPD und Grünen zum Beispiel eine neue Niederlassung von Hausärzten in schlecht versorgten ländlichen Regionen mit bis zu 50 000 Euro gefördert. Außerdem gibt es ein Stipendienprogramm, mit dem Medizinstudenten im Studium finanziell unterstützt werden, wenn sie nach dem Abschluss bereit sind, im ländlichen Raum zu arbeiten. „Das Stipendienprogramm ist nicht der große Wurf“, sagte hingegen der CDU-Abgeordnete Burkhard Jasper. Das veranschlagte Geld reiche höchstens für 20 Studierende. Damit könne der Mangel nicht beseitigt werden.

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen fordert, auch den öffentlichen Nahverkehr auszubauen. „Es ist auch wichtig, nicht nur darüber nachzudenken, wie mehr Ärzte zu den Patienten auf das Land kommen, sondern wie Patienten auf dem Land zu den Ärzten kommen“, sagte ein KVN-Sprecher. In den bisherigen Plänen der Landesregierung tauche dieser Punkt nicht auf.

Vonseiten der KVN wie der Landesregierung werde zu wenig unternommen, kritisierte der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund. Auf Dauer werde dies für die Bevölkerung gefährlich. „Es darf nicht sein, dass nur die Großstädte ausreichend versorgt werden“, sagte Sprecher Thorsten Bullerdiek.

Der Leerstand von Praxen im Land hat seit 2015 wieder zugenommen. Zurzeit gibt es laut KVN 335 freie Hausarztpraxen. Das sind zehn mehr als im vergangenen Jahr und 28 mehr als 2015. Besonders schlecht sei die Versorgung derzeit im Umland von Bremerhaven und Wolfsburg.

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