aus dem notizblock Reine Ansichtssache

Niedersachsens CDU fremdelt offenbar noch mit ihrem Neuzugang. Auf der Internetseite der Landespartei sucht man unter dem Stichwort „unsere 54 Landtagsabgeordneten“ die von den Grünen übergelaufene Elke Twesten jedenfalls vergeblich.
09.09.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Reine Ansichtssache
Von Sabine Bickmeier

Niedersachsens CDU fremdelt offenbar noch mit ihrem Neuzugang. Auf der Internetseite der Landespartei sucht man unter dem Stichwort „unsere 54 Landtagsabgeordneten“ die von den Grünen übergelaufene Elke Twesten jedenfalls vergeblich. Auf Dirk Toepffer aus Hannover folgt direkt Astrid Vockert aus Schiffdorf. Auch die Zahl der Parlamentarier hätte dort eigentlich schon auf 55 nach oben hin korrigiert werden müssen. Besser macht es die Landtagsfraktion selbst. Dort stimmt die Zahl, auch Twesten taucht mit Foto auf. Und die Angaben zur Person verschweigen keineswegs ihre Vergangenheit bei den Landtagsgrünen.


Entschlossen blickt Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) von einem hannoverschen Hochhaus in die Niederungen Niedersachsens. Sportlich joggt er dann über einen Feldweg durchs Grüne. Die dynamisch wirkenden Szenen stammen aus einem Wahlwerbespot des Spitzenkandidaten. Dumm nur, dass sie nicht ganz neu sind. Die Produktionsfirma hat dieselben Motive und Arrangements mit fast identischen Kameraeinstellungen auch schon in einem Imagefilm für die Klinik eines Schönheitschirurgen aus Hannover genutzt. Auch der Mediziner schaut vom selben Dach in die Ferne, auch er rennt durch dieselbe Landschaft. „Ich weiß gar nicht, wer da wem Konkurrenz macht“, witzelte Weil über mögliche Verwechslungsgefahren. Grund zum Ärgern besteht allerdings auch nicht so richtig. Im Internet hat der knapp 5000 Euro teure SPD-Streifen schon mehr als 250 000 Klicks erzielt.


Niedersachsens FDP-Generalsekretär Gero Hocker aus Achim ist zu zweifelhaftem Ruhm gelangt. „Lässig steht der 42-Jährige mit den schwarzen, zurückgegelten Haaren oben am Bühnenrand“, begann das Magazin „Spiegel“ seine süffisante Geschichte über den etwas kruden Anti-Windräder-Kampf der Bundes-Liberalen und ihres Chefs Christian Lindner. Die Szene aus Jever beschreibt einen Wahlkampfauftritt Hockers, der aus dem Landtag heraus für den Bundestag kandidiert. Stundenlang habe er sich mit der Reporterin über die Nachteile der Windenergie unterhalten, beklagte sich der Abgeordnete nach dem Erscheinen des Artikels. „Und die interessiert sich fast nur für meine Frisur.“


Knast-Klassiker wie „Flucht von Alcatraz“ oder „Die Verrohung des Franz Blum“ werden natürlich nicht gezeigt. Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) eröffnet am nächsten Freitag das Filmfestival in der Justizvollzugsanstalt Oldenburg. Das Kino-Programm ist Teil des Internationalen Festivals in der Stadt und richtet sich ausdrücklich auch an die Gefangenen. „Kultur“, erklärt das Ministerium, „dient schließlich auch der Resozialisierung.“

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