Niedersachsen Rot-Grün beendet Genforschung an Schulen

Hannover. Trotz Protests von Schülern und Lehrern beendet die neue rot-grüne Landesregierung ein Schülerprojekt zur Genforschung. CDU und FDP warfen Rot-Grün eine ideologiegesteuerte Politik vor.
13.03.2013, 11:49
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Hannover. Trotz Protests von Schülern und Lehrern beendet die neue rot-grüne niedersächsische Landesregierung ein Schülerprojekt zur Genforschung. "Der Unterricht muss frei von jedem Anschein von Lobbyismus bleiben", sagte Agrarminister Christian Meyer (Grüne) am Mittwoch im Landtag. Das 2008 an vier Schulen in der Region Hannover gestartete Projekt HannoverGEN sei von der Gen-Lobby initiiert worden. Es sei von Anfang an darum gegangen, Werbung für die Gentechnik zu machen, sagte Meyer.

CDU und FDP warfen Rot-Grün eine ideologiegesteuerte Politik vor. Nach der fünfjährigen Modellphase wäre das Projekt zwar zunächst auch unter der alten Landesregierung zum Ende des Schuljahres ausgelaufen, für Schwarz-Gelb wäre aber im Anschluss eventuell eine Ausweitung denkbar gewesen. "Die Absetzung ist eine Beleidigung der engagierten Lehrer und Schüler", sagte der CDU-Abgeordnete Jörg Hillmer. "Genuntersuchungen sind kein Teufelswerk, sondern notwendiges Nachweismittel für Lebensmitteluntersuchungen." FDP-Bildungspolitiker Björn Försterling betonte, die Grünen verhinderten die Ausbildung von kritischen Verbrauchern.

Unter anderem auf der sozialen Plattform Facebook protestieren Schüler und Lehrer gegen das Aus von HannoverGEN. Sie fühlen sich bevormundet und sind ärgerlich, dass ihnen ein kritischer Umgang mit der Gentechnik abgesprochen wird. Das Projekt war mit Unterstützung des Instituts für Pflanzengenetik der Uni Hannover auf den Weg gebracht worden. In den hochwertig ausgestatteten Laboren wurden auch Gastgruppen von anderen Schulen betreut. Schon zu Beginn gab es Proteste von Greenpeace. Drei Prozent der Kosten von einer Million Euro wurden von der Wirtschaft finanziert, unter anderem vom Saatguthersteller KWS, den Rest trug das Land.

Im Interview mit der dpa hatte auch Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic das Förderende verteidigt. "Grüne sind sicherlich alles andere als forschungsfeindlich", sagte die Grünen-Politikerin. Es gehe nicht darum, die Labore in den Schulen dicht zu machen oder den Schülern nicht mehr zu ermöglichen, im Bereich Gentechnik Einblick in die Forschung zu bekommen. Die teure Laborausstattung soll den Schulen laut Agrarministerium als Geschenk überlassen werden. (dpa)

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