Verden

Schuldfähiger Angeklagter

Verden. Im Prozess um den qualvollen Hungertod einer 49-Jährigen hält ein Gutachter den angeklagten Ehemann für voll schuldfähig. Der Psychiater konnte bei dem 50-Jährigen keine psychische Störung feststellen, wie er nach Angaben einer Gerichtssprecherin am Mittwoch vor dem Landgericht Verden sagte.
03.12.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Von DPA

Im Prozess um den qualvollen Hungertod einer 49-Jährigen hält ein Gutachter den angeklagten Ehemann für voll schuldfähig. Der Psychiater konnte bei dem 50-Jährigen keine psychische Störung feststellen, wie er nach Angaben einer Gerichtssprecherin am Mittwoch vor dem Landgericht Verden sagte. Der Mann und seine 18 Jahre alte Tochter sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt, weil sie die hilflose 49-Jährige nicht ausreichend mit Essen und Trinken versorgt haben sollen. Die beiden Angeklagten weisen die Mordvorwürfe allerdings zurück. Beide sprachen vor Gericht von einem zerrütteten Familienleben und wollen den dramatischen Zustand der 49-Jährigen nicht bemerkt haben.

Der 50-Jährige hatte vor Gericht ausgesagt, in den Monaten vor dem Tod seiner Frau viel Alkohol getrunken zu haben. Eine Abhängigkeit habe aber nicht vorgelegen, sagte der Gutachter. Als wortkarg und verschlossen beschrieb er den Angeklagten. Dieser sei zeitweise auch resigniert und deprimiert gewesen, aber nicht in krankhafter Weise.

DPA

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+