Bericht zur Explosion liegt vor Schwere Versäumnisse

Hannover·Ritterhude. Vor der Explosion der Chemiefabrik in Ritterhude vor acht Monaten hat es schwere Versäumnisse der Aufsichtsbehörden und des Unternehmens gegeben. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Montag von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vorgestellter Untersuchungsbericht.
12.05.2015, 00:00
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Vor der Explosion der Chemiefabrik in Ritterhude vor acht Monaten hat es schwere Versäumnisse der Aufsichtsbehörden und des Unternehmens gegeben. Zu diesem Ergebnis kommt ein am Montag von Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) vorgestellter Untersuchungsbericht. Demnach hat der TÜV 2012 erhebliche Sicherheitsmängel an die Firma gemeldet, ohne dass der Betreiber diese daraufhin abgestellt habe, sagte Wenzel. Veränderungen an der Fabrik seien nicht ordentlich gemeldet worden, die Gewerbeaufsicht habe Sachverhalte falsch eingeschätzt und keine Konsequenzen gezogen. Weshalb es zu dem Unglück kam, konnten die Untersuchungen nicht klären – die Ermittlungen der Polizei dazu dauern an. Bei der Explosion der Recyclingfabrik am 9. September 2014 kam ein Mitarbeiter ums Leben. Da der Betrieb in einem Wohngebiet liegt, wurden 40 Wohnhäuser teils stark beschädigt.

Der nun vorgelegte Untersuchungsbericht unter Federführung des Umweltministeriums hatte die Genehmigungspraxis seit Ende der 1980er Jahre unter die Lupe genommen. Vor allem das Gewerbeaufsichtsamt in Cuxhaven hat demnach mehrfach bei der Überwachung der Firma Organo Fluid versagt. So ging das Amt 1998 fälschlicherweise davon aus, dass in der Fabrik auch Fremdabfälle entsorgt werden dürfen. Diesem Irrtum unterlagen auch die damalige Bezirksregierung Lüneburg, die landeseigene Gesellschaft für die Endlagerung von Sonderabfall, die Müll in Ritterhude verbrennen ließ, sowie der Zertifizierer des Unternehmens selber.

Minister Wenzel kündigte eine intensivere Überwachung von Industriebetrieben und eine Personalaufstockung bei der Gewerbeaufsicht an.

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