Goldkontor Hamburg bietet bankenunabhängige Schließfächer

Sicherer Ort für große Werte

Hamburg. Wer Gold bankenunabhängig aber trotzdem sicher lagern möchte, dem bietet das Goldkontor Hamburg Schließfächer hinter einer tonnenschweren Stahltür.
09.11.2013, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von JOHANNA TYRELL
Sicherer Ort für große Werte

Axel Potthast, Geschäftsführer des Goldkontors Hamburg, vermietet 2700 Schließfächer im ehemaligen Wertpapiertresor der HSH Nordbank.

Stephan Pflug

Gold unterliegt zwar auch Kursschwankungen, aber als langfristiges Investment ist das Edelmetall nach wie vor beliebt – vor allem auch dann, wenn die Zinsen wie jetzt auf einem Rekordtief liegen. Wer seine Schätze bankenunabhängig aber trotzdem sicher lagern möchte, dem bietet das Goldkontor Hamburg Schließfächer hinter einer tonnenschweren Stahltür.

Während sich Touristen und Hamburger in den Cafés rund um die Alster tummeln, in der Europapassage shoppen oder auf dem Jungfernstieg entlangflanieren, lagern direkt unter ihren Füßen Werte in Millionenhöhe. Hier arbeitet Axel Potthast, Geschäftsführer des Goldkontors Hamburg, der größten bankenunabhängigen Schließanlage Norddeutschlands.

„Ein Einbruchsversuch wäre zwecklos“, sagt der 41-Jährige und lehnt sich an die tonnenschwere Stahltür. Langsam schwingt sie zur Seite und gibt den Blick auf eine weitere schwarze Gittertür frei. Dahinter erstreckt sich ein langer Flur. 2700 Fächer in vier verschiedenen Größen stapeln sich in den beiden fensterlosen Räumen bis unter die Decke. Zwischen 285 und 400 Euro kostet ein Schließfach jährlich – je nach Größe.

Überlegungen, in Bremen ein riesiges Depot für Edelmetalle zu bauen, gab es auch schon. Es sollte in einem Bunker in der Überseestadt untergebracht werden. Das private Projekt scheiterte aber vor zwei Jahren.

Seit fünf Jahren verkauft Potthast nun schon Gold und Silber und verwahrt die Schätze seiner Kunden. Die Nachfrage nach Schließfächern wird immer größer. „Viele Menschen haben Angst um ihr Geld und trauen dem Finanzsystem und dem Staat nicht mehr“, weiß Potthast. Gerade nach der Lehman-Pleite 2008 und der Krise in Griechenland 2011 sei die Nachfrage nach bankenunabhängigen Vermögensanlagen gestiegen.

Ob Student, Angestellter oder wohlhabender Reeder – immer mehr Menschen würden ihr Geld in Edelmetall anlegen. Und das muss schließlich auch irgendwo aufbewahrt werden. Doch Banken sind dazu verpflichtet, die Daten ihrer Kunden an die Finanzbehörden zu melden. „Manche Leute wollen aber gar nicht, dass ihre Bank so viel über sie weiß.“ Daher sieht Potthast auch positiv in die Zukunft. „Ich bin mir sicher, dass Gold auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine sehr wichtige Rolle als Investment spielen wird.“

Alarm-Tapete für die Sicherheit

Ursprünglich hatte der 41-Jährige Politikwissenschaft studiert. „Mit dem Bankenwesen hatte ich überhaupt nichts am Hut.“ Aus Eigeninteresse und weil er selbst schon länger in Edelmetalle investierte, gründete Potthast 2008 das Goldkontor Hamburg. Zunächst im Chile-Haus, inzwischen im Kontorhaus in der Bergstraße. Die beiden Räume befinden sich im ehemaligen Wertpapiertresor eines alten Bankgebäudes. „Bis in die 70er-Jahre war die HSH Nordbank hier ansässig.“

Doch neben dicken Wänden und Stahl sorgt auch eine Menge Elektronik für die Sicherheit der Schätze. „Bloß nicht an die Wand dort drüben lehnen“, warnt Potthast und deutet auf die Mauer am anderen Ende des Raumes. „Das ist eine Alarm-Tapete. Die geht beim leisesten Kratzen los und dann steht innerhalb von kürzester Zeit die Polizei mit einem Großaufgebot vor der Tür.“ Dreieinhalb Tonnen wiegt die Tür aus Stahl und einer Menge Elektronik, so viel wie drei Kleinwagen. Mit der Zarge, also dem Türrahmen, bringt sie es sogar auf 5,5 Tonnen.

Was in den jeweiligen Schließfächern lagert, weiß auch Potthast nicht genau. „Nicht alle Kunden erzählen uns das.“ In den meisten Fällen seien es jedoch Edelmetalle in Barren oder Münzen. Auch wichtige Dokumente oder Familienschmuck finden sich in den Fächern. Doch nicht nur das: „Es kommen auch zunehmend Informatiker, die Festplatten oder andere wichtige Daten bei uns aufbewahren“, so der Geschäftsführer. „Eigentlich kann alles, was nicht illegal ist, bei uns eingeschlossen werden.“ Einen 500 Jahre alten Atlas musste er jedoch schon ablehnen. Zu riskant. Schließlich bräuchten alte Bücher ganz spezielle Luftfeuchtigkeit und Temperaturen, um erhalten zu bleiben. Gerade dieser vielfältige Kontakt zu seinen Kunden sei es, was ihm an seinem Job viel Freude bringt.

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