Brüsseler Millionen sollen der Region Südniedersachsen helfen Start für Förderprogramm

Einbeck. Mit einem 100 Millionen-Euro- Förderprogramm will die Landesregierung der strukturschwachen Region Südniedersachsen auf die Beine helfen. Die EU, die etwa die Hälfte des Geldes aufbringen soll, habe bereits „grünes Licht“ gegeben, sagte Ministerpräsident Stephan Weil am Donnerstag.
06.02.2015, 00:00
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Mit einem 100 Millionen-Euro- Förderprogramm will die Landesregierung der strukturschwachen Region Südniedersachsen auf die Beine helfen. Die EU, die etwa die Hälfte des Geldes aufbringen soll, habe bereits „grünes Licht“ gegeben, sagte Ministerpräsident Stephan Weil am Donnerstag. Der SPD-Politiker gab in Einbeck (Kreis Northeim) vor rund 150 Regionsvertretern den offiziellen Startschuss für das Programm. Die Landtagsopposition kritisierte, es gebe keine Garantie dafür, dass das EU-Geld tatsächlich fließt.

Die Fördermittel sollen bis zum Jahr 2020 in die Kreise Goslar, Göttingen, Holzminden, Northeim und Osterode fließen. Damit sollen Projekte etwa zur Gesundheitsversorgung, zur Mobilität im ländlichen Raum oder zum Wissenstransfer aus der Forschung in die Wirtschaft finanziert werden. So soll die Region entwickelt und die Wirtschaft angekurbelt werden.

Die Förderung sei dringend erforderlich, sagte Weil. So sei zum Beispiel die Bevölkerungsentwicklung in Südniedersachsen „besorgniserregend“. Die Region leide besonders unter dem demografischen Wandel. Nach Schätzungen wird es bis zum Jahr 2030 einen Einwohnerschwund von circa 20 Prozent geben.

Konkrete Projekte, die dieser Entwicklung entgegen steuern könnten, gibt es derzeit noch nicht. Planungen laufen aber zum Beispiel im Gesundheitsbereich. Die Universitätsmedizin Göttingen und die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (Hildesheim, Holzminden, Göttingen) möchten eine gemeinsame akademische Ausbildungs- und Forschungseinrichtung gründen. Weitere Ideen sollen unter Federführung des bereits 2014 installierten „Projektbüros Südniedersachsen“ konkretisiert werden.

Die CDU und FDP kritisierten das Programm. Weil habe nicht erklärt, wie er garantieren wolle, dass das Geld tatsächlich in die Region fließe, erklärte der FDP-Abgeordnete Christian Grascha. Von den versprochenen 100 Millionen Euro werde unter dem Strich kaum etwas übrig bleiben, vermutet der CDU-Landtagsabgeordnete und frühere Innenminister Uwe Schünemann. In Brüssel sei kein Geld für Südniedersachsen reserviert. Jeder Förderantrag aus der Region konkurriere mit Projekten aus anderen Landesteilen.

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