Minister appelliert an Behörden Streit um Pflegekind

Winsen·Hannover. Eine Familie aus dem Landkreis Harburg hat ihren fünfjährigen Pflegesohn nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen ins Heim gegeben. Das bestätigte ein Sprecher des Landkreises gestern. Amtsgericht und Jugendamt hatten nach Medienberichten dem leiblichen Vater und der Großmutter des Kindes Besuche ohne Begleitung der Pflegeeltern erlaubt. Nach Darstellung der Pflegeeltern habe das Kind mit schweren Essstörungen auf diese Treffen reagiert. Weil sich die Pflegeeltern nicht an entsprechende Besuchsregelungen hielten, seien Ordnungsstrafen verhängt worden. Schließlich übergaben die Pflegeeltern das Kind dem Jugendamt.
13.06.2012, 05:00
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Von Wk

Winsen·Hannover. Eine Familie aus dem Landkreis Harburg hat ihren fünfjährigen Pflegesohn nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen ins Heim gegeben. Das bestätigte ein Sprecher des Landkreises gestern. Amtsgericht und Jugendamt hatten nach Medienberichten dem leiblichen Vater und der Großmutter des Kindes Besuche ohne Begleitung der Pflegeeltern erlaubt. Nach Darstellung der Pflegeeltern habe das Kind mit schweren Essstörungen auf diese Treffen reagiert. Weil sich die Pflegeeltern nicht an entsprechende Besuchsregelungen hielten, seien Ordnungsstrafen verhängt worden. Schließlich übergaben die Pflegeeltern das Kind dem Jugendamt.

Justizminister Bernd Busemann (CDU) forderte gestern eine gütliche Einigung aller Beteiligten zum Wohle des Kindes. "Ich habe diesen tragischen Verlauf gesehen und bin persönlich berührt, aber ich sehe keinen Anlass und keine Möglichkeit, in die Entscheidung eines unabhängigen Gerichtes einzugreifen", sagte Busemann.

Dennoch müsse für den Kleinen eine Lebenswelt organisiert werden, die die Rechte des Kindsvaters angemessen berücksichtige und die Wahrung der Aufgaben der Pflegeeltern einschließe, betonte Busemann. "Ich bitte die Behörden und beteiligten Stellen, an einem solchen Projekt mitzuarbeiten. Alles, was tragfähig ist, dürfte nicht an der Justiz scheitern", appellierte der Justizminister.

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