Land rechnet nicht vor 2017 mit nächstem Atommülltransport Suche nach Castor-Lagerort

Hannover. Frühestens in zwei Jahren wird nach Einschätzung von Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) wieder Atommüll aus Frankreich und England nach Deutschland geliefert. Transporte aus La Hague und Sellafield seien nicht vor 2017 vorgesehen, teilte Wenzel nach einer Anfrage der CDU-Fraktion mit.
09.04.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Frühestens in zwei Jahren wird nach Einschätzung von Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) wieder Atommüll aus Frankreich und England nach Deutschland geliefert. Transporte aus La Hague und Sellafield seien nicht vor 2017 vorgesehen, teilte Wenzel nach einer Anfrage der CDU-Fraktion mit. Auch die Umweltorganisation Greenpeace rechnet inzwischen nicht mehr in diesem Jahr mit einem Castortransport.

Insgesamt werden noch 26 Castoren aus den Aufbereitungsanlagen im britischen Sellafield und im französischen La Hague in Deutschland zurückerwartet. Bislang wurden die Spezialbehälter in dem einzigen für sie genehmigten deutschen Zwischenlager Gorleben eingelagert. In Zusammenhang mit der 2013 neu gestarteten bundesweiten Suche nach einem Atomendlager hatte der damalige Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) versprochen, dass es keine weiteren Transporte nach Gorleben geben werde. Aufgrund internationaler Verträge ist Deutschland zur Rücknahme der Castoren verpflichtet.

Wo die Castorbehälter mit ihrem radioaktiven Inhalt in Deutschland zwischengelagert werden sollen, sei noch ungeklärt, teilte Umweltminister Wenzel weiter mit. Er wies darauf hin, dass Niedersachsen durch Gorleben, das Endlager Konrad und die Schachtanlage Asse II „schon weit überdurchschnittlich mit der Lagerung radioaktiver Abfälle belastet“ sei. Deshalb komme auch ein Zwischenlager an einem niedersächsischen Kernkraftwerk für die Zwischenlagerung nicht in Betracht.

Über den Lagerort für die 26 Castoren wird seit Längerem gestritten. Im März hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) die Bund-Länder-Verhandlungen für gescheitert erklärt. Vereinbart worden war zuvor eine Verteilung auf mehrere Länder.

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