Bischof lehnt schnelle Entscheidung ab – Jusos schlagen 8. Mai vor

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Hannover/Osnabrück. Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, spricht sich gegen eine vorschnelle Festlegung auf den Reformationstag als neuen gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen aus. Auch die Jungsozialisten halten es für ein falsches Signal, den Reformationstag als jährlichen Feiertag zu verankern.
10.01.2018, 00:00
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Von Elmar Stephan
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Bischof Franz-Josef Bode

Hermann Pentermann, dpa

Hannover/Osnabrück. Der katholische Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, spricht sich gegen eine vorschnelle Festlegung auf den Reformationstag als neuen gesetzlichen Feiertag in Niedersachsen aus. Auch die Jungsozialisten halten es für ein falsches Signal, den Reformationstag als jährlichen Feiertag zu verankern.

Bischof Bode sagte:„Erst einmal müsste man sich klar werden, was man mit einem zusätzlichen Feiertag überhaupt will.“. Er könne sich zum Beispiel vorstellen, einen Feiertag zur Versöhnung einzuführen, zum Dialog der Religionen oder dem Zusammenhalt der Gesellschaft. „Wenn man sich darüber klarer ist, und darüber, welche Gruppe sich das zu eigen macht, kann man sehen, welcher Tag dafür sinnvoll ist“, sagte Bode. Dabei komme ihm auch der Buß- und Bettag als evangelischer Feiertag in den Sinn, der bis 1995 deutschlandweit gesetzlicher Feiertag war und wegen der Finanzierung der damals eingeführten Pflegeversicherung aufgegeben wurde. Aber auch der 6. Januar, Heilige Drei Könige, böte sich aus seiner Sicht als christlicher Feiertag an. Es gebe sicherlich noch andere Feiertage.

Er halte auch nichts davon, wenn in katholisch geprägten Regionen ein katholischer Feiertag eingeführt werde, wie der Fronleichnamstag, und in mehrheitlich evangelischen Regionen ein protestantischer Feiertag, sagte Bode. Die „konfessionelle Teilung“ solle nicht forciert werden. Es gehe vielmehr darum, alle Gruppen der Gesellschaft in einen Dialog zu bekommen. Dabei könne er sich auch vorstellen, dass sich die Religionen an einen runden Tisch setzen und der Politik Vorschläge machen. Ein neuer gesetzlicher Feiertag böte die Chance, einen gemeinsamen Tag zu suchen, der sich nicht zu sehr von Konfessionen abhängig mache. Gleichzeitig sollte es aber kein weltlicher Feiertag sein. „Wir haben in dieser Gesellschaft eine starke Prägung durch die Religion“, sagte Bode. Ein gemeinsamer Feiertag biete die Möglichkeit zu zeigen, dass Religionen ein großes Friedenspotenzial bieten und nicht immer nur unter dem Aspekt gesehen werden, dass aus ihnen Gewalt hervorgeht.

Auch die Jungsozialisten haben sich in die Debatte über die Einführung eines zusätzlichen Feiertags eingeschaltet. Sie schlagen den Tag der Befreiung, den 8. Mai, vor. Der Tag solle statt eines weiteren christlichen Feiertages gewählt werden, sagte der Landesvorsitzende der Jusos in Niedersachsen, Jakob Blankenburg. „Die Kapitulation Nazi-Deutschlands und das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa am 8. Mai 1945 stellen für alle demokratisch gesinnten, friedliebenden Menschen unabhängig von der Konfession einen Grund zur Freude dar.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen mahnte eine schnelle Entscheidung über den zusätzlichen Feiertag an. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) habe eine Schaffung des Feiertages noch in diesem Jahr angekündigt. „Nun muss er wie versprochen Sozialpartner und Religionsgemeinschaften schnellstmöglich an einen Tisch bringen, damit der Landtag den neuen Feiertag zügig festlegen kann“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Hartmut Tölle. Je mehr Tage ins Land zögen, umso weniger potenzielle Feiertage ständen zur Diskussion.

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