Zu hohe Nitratbelastung Trinkwasserversorger schlägt Alarm

Brake. Wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser schlägt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) Alarm. Jede zweite Grundwasser-Messstelle auf landwirtschaftlichen Flächen überschreite inzwischen den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter.
31.07.2014, 00:00
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Trinkwasserversorger schlägt Alarm
Von Silke Looden

Wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser schlägt der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) Alarm. Jede zweite Grundwasser-Messstelle auf landwirtschaftlichen Flächen überschreite inzwischen den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter. Der Verband, der knapp eine Million Menschen im Weser-Ems-Gebiet mit Trinkwasser versorgt, fordert eine neue Düngeverordnung.

In einem Positionspapier, das dieser Zeitung vorliegt, verlangt der OOWV eine strikte Kontrolle. Die Stickstoffrückstände auf den Feldern müssten im Herbst gemessen werden. Landwirte, die ihre Felder überdüngen, um überschüssige Gülle aus den Viehställen oder Gärreste aus Biogasanalgen günstig zu entsorgen, sollten empfindliche Strafen drohen. Auch müssten nicht länger nur tierische, sondern auch pflanzliche Nährstoffe aus Biogasanlagen in die Nährstoffbilanz einfließen. Anders als für Gülle gilt für diese bislang keine Obergrenze von maximal 170 Kilogramm Stickstoff pro Hektar. „Die Nitratbelastung des Grundwassers ist untrennbar mit der Ausbringung von Gülle verknüpft“, sagt der OOWV-Bereichsleiter für das Trinkwasser, Egon Harms. Der Biogas-Boom potenziere das Problem. Durch die Gärreste habe sich der Wirtschaftsdüngeranfall im Weser-Ems-Gebiet um 19 000 Tonnen Stickstoff jährlich erhöht.

Besonders stark sei das Grundwasser in viehreichen Regionen belastet, so der OOWV. Insbesondere in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg herrsche ein Nährstoffüberschuss. Es bestehe die Gefahr, dass Nitrat in den kommenden Jahrzehnten in das tiefere Grundwasser durchsickert, aus dem das Trinkwasser gefördert wird. „Wir brauchen strenge Vorgaben und eine wirksame Kontrolle, damit nicht mehr Stickstoff auf den Feldern landet, als im Boden und durch Pflanzen abgebaut werden kann“, sagt Harms. „Die Zukunft unseres Grundwassers hängt maßgeblich von der neuen Düngeverordnung ab.“

Bis Ende des Jahres wollen Bund und Land die Düngeverordnung novellieren. Denn ab 2015 drohen Sanktionen der Europäischen Union, wenn Deutschland die Vorgaben der europäischen Nitratrichtlinie nicht einhält. Nitrat in bestimmten Mengen ist ein guter Nährstoff für Pflanzen. Im menschlichen Körper allerdings wird es zu Nitrit, das als krebserregend gilt. Aus Wasser herausfiltern lässt sich Nitrat nicht.

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