Wahlkampf Umfrage: SPD in Niedersachsen nur noch knapp vor CDU

Der Vorsprung der SPD zur CDU ist drei Monate vor der Wahl des niedersächsischen Landtages geschrumpft. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Infratest dimap.
06.07.2022, 08:17
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Von dpa

Drei Monate vor der niedersächsischen Landtagswahl liegt die SPD laut einer Umfrage in der Gunst der Wählerinnen und Wähler nur noch knapp vor der CDU. Im Niedersachsen-Trend von Infratest dimap im Auftrag des NDR kommt die SPD auf 30 Prozent - das sind 6 Prozentpunkte weniger als im vergangenen November. Die CDU verbesserte sich um 4 Punkte auf 27 Prozent. Die Grünen haben seit November 6 Prozentpunkte hinzu gewonnen und liegen jetzt bei 22 Prozent. Die FDP kommt auf 7 Prozent (minus 3 Prozentpunkte), die AfD auf 6 Prozent (minus 1).

Damit wäre rechnerisch eine Neuauflage von Rot-Grün möglich, aber auch eine Koalition aus CDU und Grünen hätte eine Mehrheit, wie der NDR am Mittwoch mitteilte.

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Vor kurzem hatte das Meinungsforschungsinstitut Forsa in einer Umfrage die SPD ebenfalls nur noch bei 30 Prozent gesehen, die CDU kam in dem so genannten Niedersachsen-Check vor einer Woche auf 26 Prozent.

Bei den Wahlberechtigten findet laut NDR ein künftiges rot-grünes Bündnis den größten Anklang, 45 Prozent bezeichnen es als „sehr gut“ beziehungsweise „gut“. Eine künftige große Koalition aus SPD und CDU bewerten 33 Prozent positiv.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bleibt der beliebteste Politiker im Land, er würde sich der Umfrage zufolge bei einer Direktwahl mit 52 Prozent der Wahlberechtigten gegen Bernd Althusmann (22 Prozent) durchsetzen.

Mit der wirtschaftlichen Lage in Niedersachsen sind noch 48 Prozent der Befragten zufrieden, 14 Prozentpunkte weniger als im November. 47 Prozent bewerteten die Situation als „weniger gut“ oder „schlecht“ (plus 13 Punkte).

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Der russische Angriff auf die Ukraine und die Kriegsfolgen machen sich bei der Frage nach den wichtigsten Problemen im Land bemerkbar. So werden „Energiepolitik/Energiewende“ und „Inflation/steigende Preise“ von den Wahlberechtigten als wichtig genannt. Diese Themen spielten bei der Landtagswahl vor fünf Jahren keine große Rolle. Weitere bedeutsame Themengebiete für die Wahlberechtigten sind „Bildung/Schule/Ausbildung“ sowie „Umweltschutz/Klimawandel“.

Stephan Weil, der nach der Wahl am 9. Oktober weiter Ministerpräsident bleiben will, bewertete die Einbußen der SPD in der Umfrage nicht als persönliche Schlappe. „Das ist eher ein Reflex dessen, was wir auch auf Bundesebene sehen“, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch während seiner Sommerreise in Oldenburg. Entscheidend seien landespolitische Themen, auch bei früheren Wahlen habe es keinen „orkanartigen Rückenwind“ aus Berlin gegeben.

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Der Generalsekretär der CDU in Niedersachsen, Sebastian Lechner, prognostizierte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Trend gehe in die richtige Richtung. „Wir freuen uns über den steigenden Zuspruch, sind aber noch lange nicht da, wo wir hinwollen“, sagte Lechner. Ziel sei es, mit den eigenen Inhalten und CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann stärkste Kraft in Niedersachsen zu werden.

Die Spitzenkandidatin der niedersächsischen Grünen, Julia Willie Hamburg, wies darauf hin, dass SPD, CDU und Grüne in der Umfrage über 20 Prozent und damit „auf Augenhöhe“ seien. Um den Stillstand im Land zu beenden, müssten die Grünen so stark wie möglich werden. Entscheidend sei, dass auch in Niedersachsen die große Koalition endlich beendet werde, betonte Hamburg.

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