Verunsicherung bei Rettungsdiensten Unbekannte lockern Radmuttern

Rettungsdienste in der Region zwischen Oldenburg und Cloppenburg rufen ihre Mitarbeiter zu erhöhter Vorsicht auf. Der Grund: In den vergangenen Wochen wurden bei sechs Wagen Radmuttern gelöst.
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Unbekannte lockern Radmuttern
Von Jörn Hüttmann

Rettungsdienste in der Region zwischen Oldenburg und Cloppenburg rufen ihre Mitarbeiter zu erhöhter Vorsicht auf. Der Grund: In den vergangenen Wochen wurden bei sechs Wagen Radmuttern gelöst. Die Helfer befürchten, dass es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt. Die Polizei sieht derzeit keine Anhaltspunkte für eine Serie.

Ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus Cloppenburg ist am Montagmorgen noch einmal mit dem Schrecken davongekommen. Auf der Fahrt nach Hause war sein Privatauto ins Schleudern geraten, weil an einem Hinterrad drei Schrauben gelockert worden waren. Verletzt wurde niemand, da er den Wagen noch rechtzeitig abfangen konnte. Aber der Schrecken ist geblieben: Rettungsdienste in der Region sehen einen Zusammenhang zu fünf weiteren Vorfällen in diesem Jahr.

„Nach einer kurzen Recherche haben wir erfahren, dass es ähnliche Fälle gibt“, sagt Wolfgang Oltmanns, Leiter des Rettungs- und Fahrdienstes beim DRK in Cloppenburg. So musste am vergangenen Sonnabend ein Rettungswagen der Johanniter-Unfall-Hilfe aus Ahlhorn einen Krankentransport abbrechen, weil der Wagen ungewöhnliche Geräusche machte und sich nur schwer lenken ließ. Alle Radmuttern eines Vorderrads waren nach Angaben der zuständigen Polizeiinspektion in Delmenhorst gelöst worden.

Schon im Mai waren bei einem Privatauto, das auf dem Parkplatz des Rettungsdienstes in Ahlhorn geparkt war, vier von fünf Schrauben am linken Hinterrad entfernt worden. Auch in Sandkrug ist vor einigen Wochen der Wagen eines Rettungsdienst-Mitarbeiters manipuliert worden, bestätigt Jürgen Lueken, Leiter der Sandkruger Dienststelle der Malteser. Darüber hinaus ist das DRK Cloppenburg im Laufe der Recherche auf zwei alte Fälle aufmerksam geworden, die von DRK-Mitarbeitern bisher nicht gemeldet worden waren.

Die Rettungsdienste in der Region sehen einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Vorfällen und befürchten, dass die Anschläge direkt den Diensten und ihrem Personal gelten. „Wir haben unsere Mitarbeiter gebeten, alle Embleme des DRK aus ihren Autos zu entfernen“, sagt Wolfgang Oltmanns. Zudem sollten Privat- und Dienstautos vor der Fahrt überprüft werden. Auch Frank Flake, der für die Malteser-Rettungsdienste im Bezirk Oldenburg verantwortlich ist, mahnt seine Mitarbeiter zur Vorsicht: „Die Radmuttern sollten am besten mit Farbe markiert werden. Dann kann man sofort erkennen, ob manipuliert wurde.“ Die Polizei kann einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen derzeit nicht bestätigen, sagt Klaus Kösterke, stellvertretender Sprecher bei der Polizei Cloppenburg. Die Ermittlungen dauern an.

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