Reisebus rammt Lastwagen auf A 28 Unglück beim Schulausflug: Mutter stirbt

Hage·Apen. Ein Schulausflug vom ostfriesischen Hage nach Oldenburg hat gestern Vormittag mit einem schrecklichen Unfall geendet. Der Reisebus der 23 Kinder prallte auf der Autobahn 28 auf einen 20 Tonnen schweren Lastwagen der Autobahnmeisterei. Dabei wurde der Bus der Länge nach aufgerissen. Eine 40-jährige Mutter, die den Ausflug begleitet hatte, erlag am Nachmittag ihren schweren Verletzungen. Zwei 30-jährige Lehrerinnen befanden sich nach Polizeiangaben am Abend noch in kritischem Zustand.
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Unglück beim Schulausflug: Mutter stirbt
Von Justus Randt

Hage·Apen. Ein Schulausflug vom ostfriesischen Hage nach Oldenburg hat gestern Vormittag mit einem schrecklichen Unfall geendet. Der Reisebus der 23 Kinder prallte auf der Autobahn 28 auf einen 20 Tonnen schweren Lastwagen der Autobahnmeisterei. Dabei wurde der Bus der Länge nach aufgerissen. Eine 40-jährige Mutter, die den Ausflug begleitet hatte, erlag am Nachmittag ihren schweren Verletzungen. Zwei 30-jährige Lehrerinnen befanden sich nach Polizeiangaben am Abend noch in kritischem Zustand.

Zwei zwölf und 14 Jahre alte Schülerinnen wurden schwer verletzt. Sieben weitere Kinder erlitten leichte Verletzungen. Ein 42 Jahre alter Vater kam ins Krankenhaus Leer. Dort wird auch der Busfahrer behandelt, der einen schweren Schock erlitt. Den Rettungskräften, die kurz nach dem Unfall um 9.30 Uhr eintrafen, bot sich der Anblick eines Trümmerfeldes. Innerhalb kürzester Zeit waren drei Rettungshubschrauber, sechs Rettungswagen, Notärzte und Notfallseelsorger an der Unglücksstelle nahe der Autobahnabfahrt Apen/Remels (Kreis Ammerland). Wie Polizeisprecherin Sabine Kahmann sagte, wurden die drei Frauen mit Hubschraubern in Kliniken in Oldenburg, Bremen und nach Sanderbusch geflogen, wo die 40-Jährige starb.

Krisenstab unterstützt Angehörige Die sieben leicht verletzten Kinder wurden in Leer untersucht. Im Laufe des Tages seien auch sie nach Westerstede gebracht worden, wo die unverletzt gebliebenen 14 Mädchen und Jungen zwischenzeitlich vom Deutschen Roten Kreuz betreut wurden. Während die Polizei die Heimfahrt der Kinder organisierte, war an der Kooperativen Gesamtschule Hage ein Krisenstab eingerichtet worden, der sich um Eltern, Mitschüler und Angehörige kümmert. Ein Notfalltelefon wurde geschaltet.

Am späten Nachmittag sorgte die Landesschulbehörde in Osnabrück für Verstärkung: 'Unser regionales Kriseninterventionsteam ist vor Ort, weitere Schulpsychologen sind gerade unterwegs nach Hage und werden dort auch übernachten, damit sie Freitag gleich in den Unterricht gehen können', sagte Behördenleiter Thomas Schippmann. Die Landesschulbehörde in Osnabrück hatte gemeinsam mit anderen zu der Busreise eingeladen. Die Schüler aus unterschiedlichen Klassen wollten zum 21. Finale im Schulwettbewerb Reiten in der Region Weser-Ems, das in der Oldenburger Weser-Ems-Halle ausgetragen wurde. Eltern waren Ende September 'herzlichst eingeladen' worden, den Besuch zu begleiten. 'Zum Glück sind keine Kinder unter den Schwerverletzten, zunächst hatte es ja geheißen es seien bis zu 30', sagte Johann Schoolmann, stellvertretender Bürgermeister der Samtgemeinde Hage. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht klar, dass eines der Opfer den Unfall nicht überlebt hat. 'Zunächst kann ich nur sagen,

dass wir alle tief betroffen sind. Wir halten engen Kontakt mit der Schule.'

Das Busunternehmen, mit dem die Hager Kinder auf dem Weg nach Oldenburg waren, 'ist gut beleumundet, die Firma macht auch die Schülerbeförderung hier im Kreis', sagt der Auricher Landrat Walter Theuerkauf. Einen genaueren Überblick über die Zahl der Verunglückten hatte selbst die zentrale Landesschulbehörde in Lüneburg erst am späten Nachmittag. Sprecher Christian Zachlod bestätigte schließlich die Zahl von 23 Mädchen und Jungen, und dass zwei Lehrerinnen an Bord des Busses gewesen seien.

Dirk Fey von der Polizeiinspektion Leer/Emden war bereits kurz nach dem Unfall am Unglücksort. 'Jede Menge Schaulustige' hätten dort verfolgt, wie rund 100 Einsatzkräfte ihre Arbeit machten: Feuerwehrleute mussten einige der Verletzten aus dem Wrack des Busses herausschneiden.

Die Autobahn 28 war zunächst voll gesperrt, in Richtung Oldenburg dauerte die Sperrung bis in die Nachmittagsstunden. Weshalb der Bus den schweren Lastwagen mit einer großen Warntafel auf dem Anhänger rammte, ist unklar. Der Fahrer des Busses konnte noch nicht befragt werden.

Ein Video und eine Fotostrecke zum Bus-unfall auf der A28 finden Sie unter www.weser-kurier.de/region

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