Urlaub im eigenen Land

Niedersachsens Tourismus öffnet vorsichtig

Nach monatelangem Lockdown ohne Möglichkeit zu einem Kurzurlaub läuft der Tourismus ab Montag wieder an. Vorerst können nur Menschen aus Niedersachsen ein Quartier buchen - dabei gibt es manches zu beachten.
09.05.2021, 15:08
Lesedauer: 3 Min
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Von Michael Evers
Niedersachsens Tourismus öffnet vorsichtig

Zahlreiche Tagestouristen genießen bei sonnigem Wetter die fast sommerlichen Temperaturen am Strand.

Hauke-Christian Dittrich

Endlich wieder verreisen: Zumindest alle Menschen aus Niedersachsen können von Montag an wieder Kurs auf Nordseeküste, Harz und Heide oder andere Übernachtungsquartiere im Bundesland nehmen. Der Durchstart des Tourismus aus dem Corona-Lockdown in den Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 ist allerdings an Einschränkungen und Pflichten geknüpft. Gäste aus anderen Bundesländern und dem Ausland müssen mit dem Buchen noch warten.

Was beinhaltet die Tourismus-Lockerung?

Ab Montag sind touristische Übernachtungen in Niedersachsen außerhalb der Corona-Hotspots wieder möglich, vorerst nur für die Einwohner des Bundeslands. Diese können dann wieder in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen einchecke, gekoppelt an negative Corona-Schnelltests, dem Nachweis einer vollständigen Impfung oder die Genesung nach einer Infektion. Es gilt eine Kapazitätsbegrenzung von 60 Prozent. Für Ferienwohnungen und -häuser gibt es eine Wiederbelegungssperre von einem Tag. Erforderlich ist ein negativer Schnelltest bei der Anreise und danach zweimal wöchentlich ein Test.

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In wie vielen Regionen des Landes kann der Tourismus wieder starten?

In rund zwei Drittel der Landkreise und Großstädte liegt die Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen unter 100. Für die Tourismusregionen an der Küste sowie im Harz und in der Heide steht einem vorsichtigen Neustart nichts im Weg.

Sind die Tourismusregionen bereits gut vorbereitet?

Die Einschränkungen beim Neustart stellen die Betriebe vor eine Herausforderung - zeitlich, personell und finanziell. Für etliche Hotels kommt die Öffnungsmöglichkeit kurzfristig, und ob es sich für sie zunächst noch ohne die Touristen aus NRW und bei einer maximalen Belegung von 60 Prozent überhaupt rechnet, ist auch eine Frage. Unter denselben Vorzeichen prüfen die Fährbetriebe ein Ausweiten der Fahrpläne.

Kann ich auch anreisen, wenn ich aus einer Kommune mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 komme?

Ja, das ist uneingeschränkt möglich. Die Inzidenz am Wohnort spielt keine Rolle, sicher auch, weil alle Urlauber ja bei der Ankunft und während ihres Aufenthalts dann regelmäßig getestet werden.

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Warum dürfen Menschen von anderswo nicht anreisen?

„Wir wissen um die Problematik der Landeskinderregelung“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) zur Beschränkung auf Gäste aus Niedersachsen. Man versuche damit dennoch, zur Beginn der Öffnungsphase den Andrang zu steuern. Eine Ausweitung auf Touristen von außerhalb des Bundeslandes könnte dann vom 31. Mai an greifen, wenn sich das Infektionsgeschehen positiv entwickelt.

Welche Tests benötigen Touristen - reichen Selbsttests aus dem Supermarkt oder muss es ein Test aus dem Testzentrum sein?

Ein Selbsttest aus Supermarkt oder Drogeriemarkt reicht nicht aus. Es muss sich um einen Test aus einem Testzentrum handeln, die kostenlosen Bürgertests genügen. An der Nordseeküste sind bereits vielerorts Teststationen installiert worden - auch beispielsweise an den Fähranlegern in Norddeich und in Harelsiel, von wo aus Fähren zu den Inseln Juist, Norderney und Wangerooge starten. Auch auf allen sieben Ostfriesischen Inseln gibt es Schnelltestzentren.

Welche Aktivitäten sind etwa an der Küste möglich?

Drinnen noch nicht viele. Die Inselthermen und -bäder bleiben noch geschlossen. Auch inwieweit kulturelle Veranstaltungen angeboten werden können, muss noch abgewartet werden. Im Freien wird dagegen mehr möglich sein: Ob Strandspaziergänge, Faulenzen im Strandkorb oder ein Espresso im Straßencafé. Spätestens zu Pfingsten soll etwa auf Borkum auch der bewachte Badestrand aufmachen.

Gibt es einen Mindestbuchungszeitraum?

Nein, das sehen die geplanten Landesregelungen zumindest nicht vor. Dies hängt von der Praxis der jeweiligen Betriebe ab.

Können Wohnmobilisten beispielsweise wieder an die Küste kommen und übernachten?

In der Gemeinde Wangerland etwa sollen die Wohnmobilstellplätze in Horumersiel und Hooksiel von Montagmorgen an geöffnet werden - auch wenn diese nur mit halber Kapazität öffnen dürften, sei dies kein Problem, hieß es. Der Zugang könne entsprechend durch Absperrungen nach Vorgaben der Landesverordnung geregelt werden.

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