Niedersachsen

Polizei will am Vatertag verstärkt kontrollieren

Eine Vatertagstour mit Bollerwagen ist in diesem Jahr nur in kleiner Runde möglich. Treffen von mehr als drei Haushalten sind nirgendwo in Niedersachsen erlaubt. Die Polizei warnt vor leichtsinnigem Verhalten.
12.05.2021, 06:43
Lesedauer: 2 Min
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Von Helen Hoffmann, dpa
Polizei will am Vatertag verstärkt kontrollieren

Ein Bild aus Vor-Corona-Zeiten: Große Ausflüge wird es in diesem Jahr am Vatertag nicht geben.

Ina Fassbender / dpa

Am Himmelfahrts- und Vatertag sind wegen der Corona-Pandemie viele Regeln einzuhalten. Die Polizei will am Donnerstag verstärkt kontrollieren und ruft die Menschen auf, sich genau zu informieren, was erlaubt ist. Je nach Inzidenz gelten unterschiedliche Bestimmungen - der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100 000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Vatertagstouren von Menschen aus mehr als drei Haushalten sind nirgendwo in Niedersachsen erlaubt, in den meisten Regionen dürfen sich Personen aus maximal zwei Haushalten treffen.

Das alljährliche Ritual insbesondere von größeren Gruppen junger Nicht-Väter müsse in diesem Jahr ausfallen, teilte die Polizei Lüneburg mit und riet zu einem Vatertag im engsten Familienkreis. Innenminister Boris Pistorius (SPD) verwies auf sinkende Corona-Zahlen. „Die Perspektive für Lockerungen steht“, sagte er. „Himmelfahrt fällt jetzt genau in diese Zeit, wo es auf uns alle noch einmal ankommt.“

Landesweit bat die Polizei darum, sich auch am Feiertag umsichtig zu verhalten. „Die Einhaltung der Vorschriften ist für die Verhinderung der Infektionsausbreitung weiterhin von immenser Wichtigkeit“, sagte Helmstedts Polizeichefin Imke Krysta. Sie kündigte ein konsequentes Vorgehen gegen Verstöße an. Zahlreiche Polizeidienststellen verwiesen darauf, dass die Missachtung der Kontaktregeln Folgen für alle haben könnte. Denn steigende Corona-Zahlen könnten Lockerungen verhindern.

„Es spricht natürlich nichts gegen einen Ausflug am Vatertag, aber dieser sollte unbedingt unter Beachtung der Corona-Regeln stattfinden, so dass alle Menschen in Niedersachsen einen friedlichen, sonnigen Himmelfahrtstag genießen können“, sagte der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff.

Zusammenkünfte im privaten und öffentlichen Raum sind derzeit streng geregelt: In Landkreisen mit einer Inzidenz unter 35 dürfen sich bis zu zehn Menschen aus drei Haushalten treffen - das war dem Gesundheitsministerium zufolge am Dienstag nur im Kreis Wittmund und in Wilhelmshaven der Fall. Bei einer Inzidenz zwischen 35 und 100 darf ein Haushalt mit höchstens zwei Menschen aus einem weiteren Haushalt zusammenkommen. Liegt der Wert des Kreises oder der kreisfreien Stadt über 100 darf sich ein Haushalt maximal mit einer weiteren Person treffen. Zugehörige Kinder bis 14 Jahren werden jeweils nicht mitgezählt. In Regionen mit einer Inzidenz über 100 gilt zwischen 22.00 und 5.00 Uhr eine Ausgangssperre.

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Die Polizei kündigte für Donnerstag eine verstärkte Präsenz an. „Die Erfahrungen aus dem zurückliegenden Jahr haben gezeigt, dass Abstands- und Hygieneregeln unter dem Einfluss größerer Mengen Alkohol vielfach missachtet werden, weshalb die Einsatzkräfte an diesem Brauchtumstag vor besonderen Herausforderungen stehen“, teilte die Polizei Braunschweig mit. „Wir werden inakzeptables Verhalten nicht dulden und konsequent einschreiten“, sagte der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka. „Um die Pandemie zu überwinden, brauchen wir einen langen Atem. Es liegt an uns allen, wie wir gemeinsam durch diese Zeit kommen.“

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