Regionalzüge fahren weitgehend nach Plan – nur im Kreuz Bremen gibt es öfter Probleme

Weniger Verspätungen

Hannover. Die Regionalzüge in Niedersachsen fahren insgesamt pünktlicher und fallen seltener aus als früher, Verspätungen und Zugausfälle gab es vor allem im Kreuz Bremen und im Knoten Hamburg. Nach Angaben der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen waren 91,4 Prozent aller Regionalbahnen im vergangenen Jahr pünktlich, 1,9 Prozent aller Fahrten wurden gestrichen.
22.03.2017, 00:00
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Von Michael Evers und Silke Looden
Weniger Verspätungen

Neun von zehn Regionalbahnen sind pünktlich. Das geht aus der aktuellen Statistik der Landesnahverkehrsgesellschaft hervor.

Focke Strangmann

Hannover. Die Regionalzüge in Niedersachsen fahren insgesamt pünktlicher und fallen seltener aus als früher, Verspätungen und Zugausfälle gab es vor allem im Kreuz Bremen und im Knoten Hamburg. Nach Angaben der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen waren 91,4 Prozent aller Regionalbahnen im vergangenen Jahr pünktlich, 1,9 Prozent aller Fahrten wurden gestrichen. Sowohl die Pünktlichkeit als auch die Ausfallquote verbesserten sich im Vergleich zu 2015 um 0,2 Prozentpunkte. Als pünktlich gelten Züge, wenn sie nicht später als fünf Minuten nach Plan im Bahnhof eintreffen.

Hauptgrund für Verspätungen und Ausfälle waren Baustellen unter anderem zur Modernisierung der Heidebahn, technische Probleme, widriges Wetter oder ebenfalls verspätete Fernzüge, die Vorrang auf den Gleisen haben. Aber auch ein hoher Krankenstand bei Lokführern zwang Bahnunternehmen wie die Nordwestbahn im vergangenen Jahr über Wochen, den Fahrplan zu kürzen. Das traf vor allem die Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen. Am pünktlichsten waren die Regionalzüge im ländlichen Raum, wo wenig Verkehr ist und die Bahnen sich das Gleis nicht mit ICE- oder Güterzügen teilen müssen.

Am besten schnitten Züge im Dreieck Braunschweig-Salzgitter-Göttingen ab (95,8 Prozent Pünktlichkeit), gefolgt vom Bereich Elbe-Weser zwischen Cuxhaven, Bremerhaven und Buxtehude (95,3 Prozent). Am schlechtesten steht es um die Pünktlichkeit der Regionalbahnen im Kreuz Bremen/Niedersachsen. So waren die Verbindungen Osnabrück-Bremerhaven und Hannover-Norddeich nur zu 85,8 Prozent pünktlich. Neben dem hohen Verkehrsaufkommen trugen dort auch Baustellen mit Tempobegrenzungen zu Verzögerungen bei.

Besonders hoch war die Ausfallquote im Netz der Regio-S-Bahn Niedersachsen/Bremen. 101 800 Zugkilometer wurden annulliert. Das sind 2,1 Prozent der Züge. Grund war vor allem die hohe Zahl der Krankmeldungen bei den Lokführern der Nordwestbahn. „Jeder annullierte Zug bleibt einer zu viel", betont LNVG-Chef Hans-Joachim Menn. Geduld haben mussten auch Reisende im Weser-Ems-Netz. Zwischen Bremen und Osnabrück sowie von Wilhelmshaven über Oldenburg nach Osnabrück mussten mehr als 130 000 Zugkilometer oder 2,7 Prozent der Verbindungen gestrichen werden. Die höchste Ausfallquote gab es im Heidekreuz. Dort fielen 6,1 Prozent der Erixx-Züge aus. Grund war der Ausbau der Heidebahn auf 120 Kilometer pro Stunde. "Das lag überwiegend nicht am Betreiber", betont die Landesnahverkehrsgesellschaft in ihrer Pressemitteilung.

Teils stößt das Bahnnetz an überlasteten Stellen schlicht an seine Grenzen. Dies ist der Fall im Bahnknoten Hamburg, der nach Angaben der Landesnahverkehrsgesellschaft dringend ausgebaut werden muss, um die Vielzahl der von und nach Hamburg fahrenden Züge zu verkraften. So waren die Regionalbahnen auf den stark befahrenen Strecken von Hamburg Richtung Bremen und Lüneburg nur zu 88,4 Prozent pünktlich, weiter Richtung Hannover und Göttingen zu 87,5 Prozent. Durch die Engpässe stoße auch das Angebot des Metronoms, das von Pendlern gut angenommen wird, an seine Kapazitätsgrenzen. Für zusätzliche Fahrten bis zum Hauptbahnhof Hamburg fehlen schlicht Gleise und Bahnsteige.

Für verspätete und ausgefallene Regionalzüge erwartet die Bahnunternehmen eine Kürzung der Zuschüsse. In der Summe sei mit drei bis vier Millionen Euro zu rechnen, prognostiziert die LNVG. Für den regionalen Bahnverkehr gibt die LNVG jedes Jahr knapp 300 Millionen Euro an Steuergeldern aus, die Niedersachsen als sogenannte Regionalisierungsmittel vom Bund erhält. „Wenn das Unternehmen keine Verantwortung trifft, werden wir nachsichtig sein“, verspricht LNVG-Chef Menn. Das dürfte allerdings nicht für die Personalprobleme bei der Nordwestbahn gelten. „Das liegt durchaus im Einflussbereich des Unternehmens“, erklärt LNVG-Sprecher Rainer Peters auf Nachfrage.

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