Eintrittsgebühren blieben bestehen

Wenn der Strandbesuch kostet

Obwohl das Bundesverwaltungsgericht die üblichen Eintrittsgebühren an strenge Auflagen geknüpft hat, bleibt sie vielerorts bestehen. Aktivisten fordern weiterhin "freie Strände für freie Bürger“.
06.07.2018, 21:49
Lesedauer: 2 Min
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Von Hans-Christian Wöste
Wenn der Strandbesuch kostet

Kostet der Strandbesuch Geld, muss das gerechtfertigt sein.

dpa

Umsonst und draußen am Strand – das geht nicht überall an der Nordseeküste. Urlauber ärgern sich immer noch über Eintrittsgelder oder Tageskurbeiträge an vielen Stränden. Dabei hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im vergangenen Jahr die bisher üblichen Eintrittsgebühren an strenge Auflagen geknüpft.

Für den damals erfolgreichen Kläger Janto Just aus Schortens (Kreis Friesland) hat sich seit dem Urteil zur Strandeintritt-Praxis allerdings kaum etwas geändert. „Ich werde weiter gegen eingezäunte Strandabschnitte, Eintrittsgebühren oder Tageskurbeiträge kämpfen“, kündigte der Aktivist der Initiative „Freie Strände für freie Bürger“ an. Die Lage an vielen Stränden ist unübersichtlich, weil das Grundsatzurteil Spielräume zulässt. Die Richter hatten die Eintrittsgebühren für zwei Strände in der Gemeinde Wangerland (Kreis Friesland) für rechtswidrig erklärt. Demnach ist eine Gebühr nur an solchen Abschnitten rechtens, an denen die Gemeinde mit Kiosken, Umkleidekabinen und Toiletten für eine höhere Badequalität sorgt.

Für die beklagte Gemeinde Wangerland hatte das Urteil aus dem Jahr 2017 schon weitreichende Folgen: An drei Stränden wird nicht mehr kassiert, die Preistafeln an den Kassenhäuschen sind zugeklebt. Schön für die Urlauber, doch Bürgermeister Björn Mühlena (SPD) denkt schon länger darüber nach, wie er die fehlenden Einnahmen von geschätzt einer halben Million Euro wieder herein holen kann: „Wir lassen gerade prüfen, ob wir künftig Tagesgästebeiträge oder Parkgebühren erheben können. Dieses Jahr bleiben unsere Strände aber noch frei.“

Anders sieht es im ostfriesischen Bensersiel aus. Dort ist die Absperrung um den Campingplatz zugleich auch die Grenze zum kostenpflichtigen Bereich des Strandes. 2,80 Euro kostet der Zugang am Strandportal für Erwachsene in der Hauptsaison, für Kinder von 6 bis 17 Jahren werden 1,10 Euro fällig. In den Beträgen sind der Eintritt im Freibad und eine Spiellandschaft enthalten. „Wir bieten viel für das Geld. Wer es umsonst haben will, kann auf die unbewirtschaftete Fläche auf der anderen Hafenseite gehen“, sagte ein Sprecher der Tourismusgesellschaft Esens-Bensersiel.

Ähnlich ist die Kosten-Praxis in Cuxhaven mit seinen weiten Stränden und besonderen Service-Einrichtungen. Auch in Schleswig-Holstein sind Strandbenutzungsgebühren kein Thema: Wo sie erhoben werden, gibt es fast immer eine Art „Gegenleistung“,wie Strandduschen, Umkleidekabinen und anderes. Zusätzlich haben alle Orte, die eine solche Gebühr erheben, stets einen naturbelassenen Strandabschnitt, der kostenlos zugänglich ist, sagt der Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH).

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