Anlaufstelle soll in Konfliktfällen helfen Wenn der Wolf Probleme macht

Hannover. Bei Konflikten zwischen Wolf und Mensch in Niedersachsen gibt es seit Mittwoch einen zentralen Ansprechpartner: Das neue Wolfsbüro des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hannover bearbeitet unter anderem Anträge auf Entschädigung. Besitzer von Schafen, Damwild oder Rindern, deren Tiere nachweislich von Wölfen gerissen wurden, erhalten freiwillige Zahlungen vom Land.
02.07.2015, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Christina Sticht

Bei Konflikten zwischen Wolf und Mensch in Niedersachsen gibt es seit Mittwoch einen zentralen Ansprechpartner: Das neue Wolfsbüro des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Hannover bearbeitet unter anderem Anträge auf Entschädigung. Besitzer von Schafen, Damwild oder Rindern, deren Tiere nachweislich von Wölfen gerissen wurden, erhalten freiwillige Zahlungen vom Land. Die genetischen Untersuchungen zum Nachweis eines Wolfsrisses dauern derzeit vier bis sechs Wochen. „Wir prüfen Möglichkeiten der Verbesserung und Beschleunigung“, sagte Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne).

Vor acht Jahren kehrten die ersten Wölfe aus den östlichen Nachbarländern nach Niedersachsen zurück. Inzwischen gibt es etwa 60 Tiere im Land, bundesweit sollen es gut 300 sein.

Wölfe aus einem Rudel vom Truppenübungsplatz Munster in der Lüneburger Heide lösen immer wieder Besorgnis aus, weil sie bis auf wenige Meter an Menschen herankommen und sich manchmal selbst durch Schreie nicht verscheuchen lassen. Ein Rüde und eine Wölfin aus diesem Rudel wurden jetzt mit Peilsendern ausgestattet. Ziel ist es, Problem-Wölfe gezielt zu verscheuchen. „Für uns steht die Sicherheit des Menschen an allererster Stelle“, sagte Wenzel. Gleichzeitig wies der Minister darauf hin, dass die Gefahr, durch ein Wildschwein zu Schaden zu kommen, ungleich höher sei.

Viehbesitzer sind dennoch alarmiert: Landesweit wurde der Wolf seit Ende 2008 in 66 Fällen als Verursacher von gemeldeten Rissen amtlich festgestellt. Mehr als 40 Mal stellte sich der Verdacht eines Wolfsrisses aber auch als falsch heraus. „Die Koexistenz von Wölfen und Nutztierhaltern ist möglich“, betonte Wenzel. Die Anschaffung von Schutzzäunen und Herdenschutzhunden wird vom Land finanziell unterstützt.

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