Norddeutsche Landesbank NordLB erwartet Gewinn

Die NordLB musste schon vor der Pandemie gerettet werden. Eine Bedingung für die Träger war die Umsetzung eines Sparkurses. Der scheidende Chef hält sein Institut jetzt für deutlich solider.
25.10.2021, 19:02
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa Lisa Schröder

Die lange angeschlagene NordLB ist nach Einschätzung von Vorstandschef Thomas Bürkle jetzt wieder auf einem stabilen Kurs. „Man kann sagen: Die NordLB hat den Turnaround geschafft“, sagte der Manager der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Nach den erneuten Verlusten der Vorquartale werde das Ergebnis nach neun Monaten nun „deutlich positiv“ sein, kündigte Bürkle an, ohne Details zu nennen. Ihre genauen Zahlen will die Bank Ende November vorlegen. „Und wenn die Entwicklung so weitergeht, schreiben wir auch für das Gesamtjahr schwarze Zahlen“, sagte Bürkle.

Das Institut hatte auch 2020 schon einen Nettogewinn verbuchen können, der allerdings nur hauchdünn ausgefallen war. Ein erneutes Plus würde – zumal, wenn es klar größer ausfiele – eine wieder solidere Lage der NordLB dokumentieren. Die von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Sparkassen-Gruppe getragene Landesbank durchläuft einen Sparkurs mit einem drastischen Stellenabbau. Sie war Ende 2019 staatlich gerettet worden, ihre Wettbewerbsfähigkeit soll steigen. Eine Zielvorgabe ist, die Kosten um 40 Prozent zu drücken.

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„Wir hatten in der Spitze 6300 Mitarbeiter – aktuell liegen wir bei 4400 Beschäftigten“, sagte Bürkle. „Bis Ende 2024 werden wir wie geplant eine Größe von 2800 bis 3000 Mitarbeitern erreichen.“ Dies werde ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen. „Ein Drittel der ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen verlässt uns im Rahmen eines Abfindungsprogramms, zwei Drittel gehen in den Vorruhestand.“ An diesen erheblichen Kürzungen hat es auch Kritik gegeben. 

Hauptgrund für die Schieflage waren Altlasten aus Darlehen, die sich im Verlauf der letzten Schifffahrtskrise in vielen Fällen zu maroden Papieren entwickelt hatten. Die NordLB fuhr ihre Aktivitäten in dem Bereich fast komplett herunter. „Die Zahl der notleidenden Kredite machte vor drei Jahren über 70 Prozent unseres Bestandes von damals mehr als zehn Milliarden Euro aus“, berichtete Bürkle.

Faule Schiffskredite besiegelten auch das Schicksal der Bremer Landesbank (BLB). Das Unternehmen geriet in solche Schieflage, dass die NordLB die BLB 2017 schließlich komplett übernahm. Ein massiver Personalabbau folgte. So traf der Umbau der Bank vor allem auch den Standort Domshof. Von ihm wird nicht viel bleiben. Bremen soll künftig ein Vertriebsstandort werden, der aus Oldenburg und Hannover betreut wird. 

Mittlerweile boomt die Containerschifffahrt wieder mit hohen Frachtraten. Der NordLB-Chef glaubt trotzdem: „Der Rückzug aus der Schiffsfinanzierung war die richtige Entscheidung.“ Bürkle wird zum Jahreswechsel vom bisherigen Hypovereinsbank-Vorstand Jörg Frischholz abgelöst.

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Ein Übernahmekandidat sei das Institut aus Hannover nicht. „Wir haben heute nur noch Schiffskredite von 1,5 Milliarden Euro in den Büchern, notleidend ist davon nur noch ein niedriger dreistelliger Millionenbetrag.“ Im Geschäft mit der Flugzeugfinanzierung – neben erneuerbaren Energien und Agrar ein weiterer Schwerpunkt der NordLB – sei das Volumen von rund fünf Milliarden Euro vor der Pandemie auf jetzt etwa drei Milliarden Euro gesunken. „Im Übrigen startet die Luftfahrt gerade wieder durch“, sagte Bürkle. Sie bleibe strategisch wichtig.

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