25. Feldtag

Wo Trecker die Erde beben lassen

Zum Jubiläum hat sich der ­Treckerclub Nordhorn mächtig ins Zeug gelegt: Zum 25. Feldtag – der tatsächlich drei Tage dauert – werden wieder rund 30.000 Besucher erwartet.
08.08.2017, 21:58
Lesedauer: 2 Min
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Wo Trecker die Erde beben lassen
Von Justus Randt

Etwa 2500 alte Traktoren und Landmaschinen werden zu sehen sein, 1800 Aussteller präsentieren sich. Diesmal seien die Landmaschinen besonders alt und besondere Raritäten, verspricht Johann Hood. Er engagiert sich in dem Verein, der bis 2013 den sperrigen Namen Gemeinschaft zur Erhaltung historisch wertvoller landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte trug.

Auch wenn der Name kürzer geworden ist, der Vereinszweck bleibt derselbe. Der Feldtag, diesmal vom 11. bis 13. August, ist die größte der vielfältigen Aktionen im Jahr. Sie ist aus der gemeinsamen Bewirtschaftung einer landwirtschaftlichen Restfläche entstanden. Mittlerweile beackert der Verein nach eigenen Angaben mehr als zehn Hektar.

„Zum historischen Feldtag Nordhorn steht uns eine Fläche von 25 Hektar zur Verfügung“, sagt Johann Hood. „Dort wird eine Vielzahl alter Traktoren und ­Maschinen entsprechend ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung im Einsatz vorgeführt.“ Das hinterlässt tiefe Furchen im Festareal und wirbelt ziemlich viel Staub auf.

Spektakuläre und seltene Geräte

Dafür sorgen spektakuläre und seltene Geräte wie die beiden nach ihren Konstrukteuren Ernst Wendeler und Boguslav Dohrn benannten Hanomag WD Benzinpflüge. ­Beide sind Raritäten, der größere wurde in Lizenz in Argentinien gebaut. „Den kleineren haben wir 2013 aus Südafrika geholt“, sagt Hood, „der soll diesmal im Einsatz zu sehen sein.“

Der etwa sechs Tonnen schwere Großpflug aus der zweiten Dekade des vergangenen Jahrhunderts hat 80 Pferdestärken und enorme 15 Liter Hubraum. Der Antrieb des kleineren und wenige Jahre jüngeren Benzinpflugs, ein weiterentwickelter Schiffsmotor, bringt es auf 35 PS aus immer noch 5,7 Litern Hubraum.

Die technische Hauptattraktion der Jubiläumsfeldtage mit dem Motto „Das Beste aus 25 Jahren“ hat als gut gehütetes Geheimnis bislang kaum jemand zu sehen bekommen. Fotos sind tabu. Selbst nach Johann Hoods Maßstäben handelt es sich dabei um ein „enormes Ungetüm“: einen Lanz-Landbaumotor Baujahr 1917, eine ebenfalls benzinbetriebene Ackerfräse.

Feldtagspause im kommenden Jahr

„Sie ist wie neu“, sagt Hood, und habe lange im Archiv eines großen Landmaschinenherstellers gestanden, bis sie restauriert wurde. „Wir zeigen ganz viele Maschinen im Einsatz, es gibt einen Ersatzteilmarkt, und wir machen Mäh- und Pflugvorführungen – mit Pferden und Dampfmaschinen“, verspricht Johann Hood.

Aber es gibt auch andere Gründe, Augen und Ohren bei den 25. Feldtagen aufzusperren: Wenn Rutmer de Vries, Treckersammler aus Groningen in den Niederlanden, die Startgeräusche verschiedener Hanomag-Schleppermodelle imitiert, muss man schon genau hinhören, ob da ein Diesel zündet, oder ob der ­Berufsschullehrer sein Publikum verkohlt.

Im kommenden Jahr macht der Treckerclub Nordhorn Feldtagspause – aus rein landwirtschaftlichen Gründen, wie Johann Hood erklärt. „Wegen der Grünlandverordnung in Niedersachsen. Wenn wir nicht nach fünf Jahren einmal Getreide säen, dürfen wir die Fläche gar nicht mehr umbrechen.“ Dann könnte es eng werden für die Technikkolosse aus früheren Zeiten, schließlich brauchen auch Dieselrösser ihren Auslauf.

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