1. Panzerdivision zieht von Hannover nach Oldenburg

Zapfenstreich zum Abschied

Das Maskottchen aus Granit ist schon weg. Am Mittwoch wurde der 12,8 Tonnen schwere Findling der 1. Panzerdivision an seinem neuen Standort vor der Henning-von-Tresckow Kaserne in Oldenburg aufgestellt.
03.12.2015, 00:00
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Von Peter Mlodoch
Zapfenstreich zum Abschied

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) 2014 nach der Verabschiedung der Einsatzkontingente der 1. Panzerdivision im Landtag in Hannover.

dpa

Das Maskottchen aus Granit ist schon weg. Am Mittwoch wurde der 12,8 Tonnen schwere Findling der 1. Panzerdivision an seinem neuen Standort vor der Henning-von-Tresckow Kaserne in Oldenburg aufgestellt.

3000 Kartons mit Akten und Computern der 250 Soldaten und zivilen Mitarbeiter warten dagegen noch auf ihren Abtransport aus Hannover. Die Landeshauptstadt war Gründungsort und fast 60 Jahre lang Heimat des Kommandostabs; jetzt rüstet sie sich für den offiziellen Abschied der Division: Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen soll am nächsten Donnerstag direkt vor dem Neuen Rathaus ein Großer Zapfenstreich im Beisein von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) stattfinden.

Zwei Sicherheitsringe riegeln den Trammplatz für die feierliche Freiluftveranstaltung im Dunkeln hermetisch ab. Außen kontrolliert die Polizei, innen die Bundeswehr. Die Truppe hat an diesem Tag das Hausrecht rund um das Rathaus; ihre Feldjäger werden mit Hilfe von Sprengstoff-Spürhunden auch die 500 geladenen Ehrengäste genau unter die Lupe nehmen. Das sei bei derartigen Ereignissen mit hochrangingen Persönlichkeiten mittlerweile das übliche Vorgehen, um potenzielle Störungen durch militante Bundeswehr-Gegner von vornherein auszuschließen, meint ein Offizier. Ob und welche Zusatzmaßnahmen nach den Terror-Anschlägen von Paris getroffen würden, sagt er nicht.

Die Sperrung des sechsspurigen Friedrichswalls, einer von Hannovers Hauptverkehrswegen, hat nach Aussage aller Beteiligten jedenfalls nichts mit einer möglichen neuen Bedrohungslage zu tun. „Das machen wir bei allen Großveranstaltungen so“, berichtet ein Sprecher der Stadt. Auch bei der Mega-Party zu Ehren der heimischen Sängerin Lena nach ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo habe man die Straße wegen des Andrangs für Autos dicht gemacht.

Das Musikprogramm für den Zapfenstreich steht bereits. Division, Ministerium und die Stadt haben sich unter anderem auf den „Alexandermarsch“ geeinigt. „Wir wollen die Soldaten mit Würde und Respekt verabschieden und Danke sagen“, erklärt Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Der im Zuge der Bundeswehrreform 2011 verkündete Wegzug der 1. Panzerdivision, die die Bataillone in Munster, Augustdorf und Neubrandenburg befehligt, hatte in Hannover für viel Unmut gesorgt. „Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt“, sagt der Kommandeur, Generalmajor Johann Langenegger, nun zum Abschied. Aber mit dem neuen Standort Oldenburg bleibe man Niedersachsen ja weiterhin verbunden.

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