Kunstwettbewerb

Zionskirche Worpswede präsentiert Preisträger

Unter dem Motto „Ich bin so frei“ hatte die Zionskirche Worpswede bundesweit einen Kunstpreis ausgeschrieben. Am Sonntag werden die Preisträger präsentiert.
05.08.2017, 20:37
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Von Donata Holz
Zionskirche Worpswede präsentiert Preisträger

Mit einem "öffentlichen Einzug" hat Tillmann Terbuyken (r.) sein Portal in dieser Woche in der Worpsweder Zionskirche installiert. Eingeweiht wird es beim Gottesdienst an diesem Sonntag.

Hans-Henning Hasselberg

Das Lutherjahr nahm die evangelische Kirchengemeinde in Worpswede zum Anlass, einen Wettbewerb für ein temporäres Kunstwerk in der Kirche bundesweit auszuschreiben. Unter dem Titel „Ich bin so frei“, waren Künstler aufgefordert, Freiheit als grundsätzliche Gedanken christlichen Glaubens in Korrespondenz zu dem Kirchenraum zu entwickeln. Preisträger ist der Hamburger Künstler Tillmann Terbuyken, der das Thema mit einem monumentalen Portal aufgreift. Im Gottesdienst an diesem Sonntag, 6. August, ab 10 Uhr findet die offizielle Präsentation statt.

Mit der Förderung durch die Hans-Lilje-Stiftung, die hannoversche Landeskirche sowie durch die Unterstützung der Künstlerhäuser Worpswede, ist die Kirchengemeinde erstmals in der Lage, ein solches Kunstprojekt umzusetzen.

Eine vierköpfige Jury – bestehend aus Bettina Dziembowski, Leiterin des Springhornhofes in Neuenkirchen, Professor Ingo Vetter von der Bremer Hochschule für Künste, dem freien Bremer Kurator Frank Laukötter sowie Pastor Kurt Liedtke – ermittelte den Sieger unter zahlreichen Einsendungen.

Mit seinem monumentalen Portal, das der Besucher durchschreiten wird, wenn er den Kirchenraum betritt, bezieht sich Tillmann Terbuyken einerseits auf die Architektur der Kirche, indem er die Form des Tonnengewölbes aufgreift. Inhaltlich ließ er sich von dem Ausspruch Luthers inspirieren: “Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Im Sinne dieses Paradox“, so der Künstler, „diene ich dem Kirchenbesucher eine leichte, schwerelose Variation des Gewölbes in Form eines Bogens an.“ Gleichzeitig dreht er die untere Hälfte des Gewölbe-Querschnitts um 90 Grad, um es dem neuen Bogenportal als Stütze zur Seite zu stellen. Gleichzeitig verweist das Portal auf eine Tür, die wiederum einen Bezug zu der Tür bilden kann, die vermeintlich die Thesen in Wittenberg trug. Da die Tür keine Flügel hat, fehlen auch die 95 Thesen, deren Anschrieb inzwischen als Mythos gilt. Der Betrachter und Kirchenbesucher kann also „so frei sein“ den Raum selbst mit eigenen Assoziationen füllen. Ergänzend hat der Künstler noch vier weitere korrespondierende Elemente entwickelt, mit denen er die Besucher bei der Eröffnung überraschen wird.

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