Forderung nach Schutz vor Wölfen

Züchter präsentieren Umweltministerium gerissenes Schaf

Schafzücher haben ein totes Schaf zum niedersächsischen Umweltministerium gebracht. Mit der Aktion am Dienstag wollten sie ihrer Forderung nach mehr Geld für den Wolfsschutz Nachdruck verleihen.
03.02.2015, 15:04
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Züchter präsentieren Umweltministerium gerissenes Schaf

Die Schafzüchter Sebastian Ostmann aus Vechta (rechts) und Günter Lindeburg aus Mittegroßefehn mit einer toten Schnucke, die möglicherweise von einem Wolf gerissen wurde, vor dem Niedersächsischen Umweltministerium in Hannover. Mit dem toten Schaf wollen die Züchter ihrer Forderung nach mehr Geld für den Wolfsschutz Nachdruck verleihen.

dpa, Julian Stratenschulte

Ein Schafszüchter aus dem Kreis Vechta hat vor dem niedersächsischen Umweltministerium ein totes Schaf präsentiert. Das bestätigte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag. Das Tier soll möglicherweise von einem Wolf gerissen worden sein. Mit der Aktion wollten die Schafszüchter ihrer Forderung nach mehr Fördermitteln für den Schutz vor Wölfen und der Offenlegung von DNA-Analyseergebnissen Nachdruck verleihen.

In einer grauen Plastikwanne brachte Schafshalter Sebastian Ostmann den unangenehm riechenden, blutigen Kadaver des Tieres, dessen Kehle durchgebissen war, zum Eingang des Umweltministeriums. "Das Schaf wurde am Wochenende gerissen, es hat eindeutige Bissspuren, die auf einen Wolf oder ein wolfsähnliches Tier hindeuten", sagte Ostmann, der den Landesschafszuchtverband Weser-Ems vertritt.

Nach Angaben des Verbandes wurden seit dem vergangenen November in der Region mehr als 40 Schafe gerissen - möglicherweise von Wölfen oder sogenannten "Hybriden" - einer Mischung aus Wolf und Hund. Klarheit darüber, welchem Tier die Schafe zum Opfer fielen, sollen DNA-Proben bringen. In einem offenen Brief an das Umweltministerium forderten die Schafshalter aus dem Raum Vechta, das Land möge die Ergebnisse der DNA-Proben offenlegen, die in den vergangenen drei Monaten den Schafskadavern entnommen wurden.

"Leider liegen für die Risse im Landkreis Vechta noch keine eindeutigen Beweise für die Urheberschaft des Wolfs vor", heißt es in einem Antwortschreiben des Ministeriums. Man habe durch mehrfaches Nachfragen dem Analyseinstitut die Dringlichkeit verdeutlicht, aber bislang keine Ergebnisse erzielt.

(dpa)

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