Kommentar über Wahl in Niedersachsen

Zwei Volksparteien, die diesen Namen auch verdienen

Im Gegensatz zum Bund heben sich CDU und SPD in Niedersachsen deutlich voneinander ab. Das ist ein Grund, weshalb Linke und AfD mit keinen guten Ergebnissen rechnen können, schreibt Peter Mlodoch.
08.10.2017, 22:36
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Von Peter Mlodoch
Zwei Volksparteien, die diesen Namen auch verdienen

Der eine will nicht viel reden, der andere gibt sich sturmfest: Wahlplakate von CDU und SPD

dpa

Niedersachsen ist nicht der Bund. Die Umfragen im Land heben sich wohltuend vom Ergebnis der Bundestagswahl ab. Zwischen Küste und Harz gibt es noch zwei Volksparteien, die diesen Namen auch wirklich verdienen. Ihr Wettstreit hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder zu einem demokratischen Machtwechsel geführt. Der lähmende Mehltau einer Großen Koalition hatte seit den 1960er-Jahren keine Chance mehr. Sozialdemokraten und Union boten ab 1970 immer eine echte Alternative zueinander. Und auch SPD-Ministerpräsident Stephan Weil und sein CDU-Herausforderer Bernd Althusmann zeigen deutlich ihre Unterschiede auf.

Die überwiegende Mehrheit der gut sechs Millionen Wahlberechtigten neigt denn auch nicht zu wütenden Proteststimmen. Linke und die AfD werden es daher am Sonntag schwer haben, die Fünf-Prozent-Hürde zu knacken. Zumindest rücken laut Umfragen zweistellige Ergebnisse wie im Bund für die Rechtspopulisten in weite Ferne.

Stattdessen liefern sich SPD und CDU inzwischen ein äußerst spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Rang. Der im Sommer noch uneinholbar scheinende Vorsprung der Christdemokraten ist dahingeschmolzen. Beim dritten Platz ist ebenfalls noch alles drin. FDP und die Grünen haben durchaus die Chance, einen Stimmenanteil über zehn Prozent zu erringen. Gelänge dies, wäre es auch eine Vorentscheidung für die künftige Koalition. Das zwingt die niedersächsischen Parteien, trotz der Herbstferien bis zur letzten Minute um jede Stimme zu kämpfen.

Die Wähler sollten am kommenden Sonntag diese Mühen belohnen, also den ungünstigen Wahltermin ignorieren und besonders zahlreich an die Urnen strömen. Es wäre schön, wenn sich Niedersachsen vielleicht auch mit einer sehr hohen Wahlbeteiligung wohltuend vom Bund abheben würde.

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